Stichwort Allergie: Alt und doch jung

Historie: Schon aus dem alten Persien ist ein „Rosenschnupfen“ bekannt. Von Britannicus (41 n. Chr.), Sohn von Kaiser Claudius und Messalina, ist überliefert, dass er allergisch auf Pferde reagierte. Sein Gesicht zeigte dann einen brandroten Hautausschlag.

Wissenschaft: Wissenschaftlich dokumentiert wurde Heuschnupfen erst vor weniger als 200 Jahren (siehe Artikel „Gegen Niesreiz und Asthma“). Den medizinischen Begriff der Allergie gibt es sogar erst seit hundert Jahren. Er stammt von dem österreichischen Universalgelehrten Clemens Freiherr von Pirquet, der im Jahr 1906 in der „Münchener Medizinischen Wochenschrift“ einen Beitrag unter dem Titel „Allergie“ veröffentlichte. „Allergene“ beschrieb er darin als „alle Erreger, die von Immunität gefolgt sind ... auch die Gifte der Mücken und Bienen, die Pollen des Heufiebers, die Urtikaria (Nesselsucht) erzeugenden Substanzen der Erdbeeren und Krebse ... wird man unter diesem Namen vereinigen können“.

Entwicklung: Die Krankengeschichte der Allergie hat heute eine wahrhaft atemberaubende „Karriere“ hinter sich. Die Zahl der Allergiker hat sich allein in den vergangenen 30 Jahren fast verdreifacht. Schon bald soll jeder Zweite im Lande an einer Allergie leiden.

Auslöser: Allergie ist eine überschießende Immunreaktion des Organismus auf bestimmte körperfremde Stoffe. Substanzen, die Allergien auslösen, sind Blütenpollen, Nahrung, Tierhaare, Schimmelpilze, Kosmetika, Arzneimittel, Farben, Textilien etc.

Allergische Reaktionen: Dabei kommt eine wahre Kaskade von entzündlichen Reaktionen in Gang. Das überschießende Histamin, ein Gewebshormon, bewirkt auch, dass Flüssigkeit aus den kleinsten Blutgefäßen in das Gewebe übertritt. Folge sind Schwellungen am Auge, in der Nase, den Bronchien. Dort zieht sich die Muskulatur zusammen, was einen Asthmaanfall auslösen kann und Atemnot bewirkt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2639 Nutzer finden das hilfreich.