Arbeitnehmer, die verbilligt Belegschaftsaktien kaufen, müssen den Preisnachlass als geldwerten Vorteil versteuern. Beträgt der geldwerte Vorteil nicht mehr als 300 Mark im Jahr, bleibt der Aktienkauf steuerfrei. Entscheidend für die Wertermittlung des geldwerten Vorteils ist der niedrigste Börsenkurs an dem Tag, an dem der Arbeitgeber beschließt, seinen Mitarbeitern Aktien abzugeben. Der Beschluss darf aber höchstens neun Monate vor der Ausgabe liegen. Welchen Kurswert die Aktien am Tag der Ausgabe haben, ist egal.

In einem Fall wollte das Finanzamt Steuern kassieren, weil der Arbeitgeber einen Beschluss aufhob und einen neuen fasste. Inzwischen war der Börsenkurs etwas gefallen und der Arbeitgeber wollte möglichst viele Mitarbeiteraktien im steuerfreien Limit ausgeben.

Das steht dem Arbeitgeber frei, widersprach der Bundesfinanzhof (Az. VI R 173/00) der Finanzbehörde. Dann ist der Zweitbeschluss die Grundlage für die Ermittlung des geldwerten Vorteils der Aktienausgabe.

Die Regelung gilt auch, wenn der Arbeitgeber beschließt, seinen Arbeitnehmern im Rahmen einer Kapitalerhöhung "junge" Aktien anzubieten. Beschließt zum Beispiel ein Arbeitgeber im Juni, dass seine Mitarbeiter Ende 2001 fünf junge Aktien seiner Firma zum Preis von 100 Mark kaufen können, bemisst sich die Steuer nach der Differenz zum niedrigsten Börsenkurs der entsprechenden Altaktie am Tag der Beschlussfassung im Juni. Der Kurs am Ausgabetag der Mitarbeiteraktien spielt für das Finanzamt keine Rolle.Lag der Kurs der Altaktie am Tag des Arbeitgeberbeschlusses bei 130 Mark, wären beim Kauf der fünf jungen Aktien je 30 Mark zu versteuern. Die Gesamtsumme von 150 Mark bleibt aber unter dem jährlichen Freibetrag und damit steuerfrei.

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