Mit Rentenfonds anlegen Test

Fischer wissen, wo sie einen guten Fang machen können. Hohe ­Erträge erwarten Anleger auch von den ­Managern ihrer Rentenfonds.

Die Zinsen sind niedrig wie nie – doch sicher anlegen ist in. Rentenfonds Euro sind beliebt als stabile Basis fürs Depot. Im Jahr 2004 haben sie eine Rendite von rund 7 Prozent erwirtschaftet. Ob dieses Jahr genauso gut wird, hängt davon ab, ob die Zinsen weiter sinken oder wieder steigen.

Gibt es das wirklich? 7 Prozent in einem Jahr für eine sichere Geldanlage? Im Jahr 2004 haben Rentenfonds Euro dieses Traumergebnis erreicht. Und das, obwohl die Zinsen ungewöhnlich niedrig sind. Zurzeit liegen sie für 10-jährige Bundesanleihen bei 3,5 Prozent. Dass die Fonds dennoch so gut abgeschnitten haben, liegt daran, dass das Zinsniveau im Jahr 2004 nochmals leicht gesunken war und sie Kursgewinne erzielen konnten.

Rentenfonds Euro investieren in sichere Papiere, die auf Euro lauten. Meistens sind das Staatsanleihen, aber auch Anleihen zahlungskräftiger Unternehmen. Die Rendite von Rentenfonds speist sich aus zwei Quellen, den Zinserträgen und den Kursveränderungen der Anleihen.

Wenn die Zinsen sinken, wie im Jahr 2004 passiert, steigen die Kurse der Anleihen in den Portfolios. Das liegt daran, dass sie besser verzinst sind als die Papiere, die mit den niedrigeren Zinsen neu auf den Markt kommen. Umgekehrt reagieren die Papiere bei einem Zinsanstieg mit Kursverlusten. Besonders sensibel bei Änderungen sind Anleihen mit langer Laufzeit.

Die Fonds mischen Papiere verschiedener Laufzeiten. Das Mischungsverhältnis hängt davon ab, wie die Fondsmanager den Markt einschätzen.

Zu Beginn des vergangenen Jahres war die Lage am Anleihemarkt ähnlich wie jetzt. Weil die Zinsen so niedrig waren, gingen viele von einem Anstieg aus. Sie kauften vor allem kurz laufende Papiere und senkten den Bestand der Langläufer. Als die Zinsen dann sanken, entgingen ­ihnen Kursgewinne. Das ist der Grund, warum es viele Fonds nicht geschafft ­haben, den Index zu schlagen, der um 8,3 Prozent zugelegt hat.

Auch Andreas Riegler, der Fondsmanager des Raiffeisen-Euro-Rent T (Isin AT 000 080 544 5) war vorsichtig – und er ist es weiterhin. „Ich denke, dass der Euro-Rentenmarkt sich nicht von der Entwicklung in den USA abkoppelt“, sagt er. Dort steigen die Zinsen schon seit einiger Zeit. Zinsschritte der Europäischen Zentralbank fürchtet er zwar nicht. „Aber bei den langfristigen Zinsen wird es zu Anpassungen kommen“, sagt er.

Der Raiffeisen-Euro-Rent T ist der beste Rentenfonds Euro in unserem Test, weil er über fünf Jahre das beste und stabilste Ergebnis erreicht hat. Im vergangenen Jahr hat er 7,6 Prozent erzielt.

Das beste Jahresergebnis an unserem Untersuchungsstichtag, dem 31. Januar 2005, hatte der Activest Lux EuroRent Flex D (Isin LU 001 123 599 0): 9 Prozent Plus. „Ich habe von Anfang an nicht mit Zinserhöhungen gerechnet“, sagt sein Manager Frank Grehl. Grehl erwartet auch weiter keinen starken Anstieg, hält Korrekturen am Anleihemarkt aber für möglich.

Bleiben die Zinsen niedrig, sinken die Renditen der Fonds womöglich trotzdem. Ohne Kursgewinne können sie momentan keine guten Ergebnisse erzielen, weil sie dann allein von den Zinserträgen leben müssen. Dann gibt es auch für Rentenfonds Euro nur niedrige Renditen.

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