Rentenfonds High Yield: Jagd auf ­Leckerbissen

Mit Rentenfonds anlegen Test

Kugelfische sind eine gefährliche Delikatesse. Falsch zubereitet, sind sie tödlich. Auch die Manager von High-Yield-Rentenfonds sollten ihr Handwerk verstehen und die Pleitekandidaten möglichst meiden, denn die sind Gift für die Rendite.

Anleihen von Staaten und Unternehmen mit geringer ­Kreditwürdigkeit bringen hohe Zinsen. Rentenfonds High Yield machen sich das zunutze.

Anleger, die sich einen Renditekick wünschen, können zu High-Yield-Fonds greifen. Diese Fonds investieren in Anleihen von Schuldnern geringer Bonität. Das ist riskant, kann aber viel bringen: High Yield heißt auf deutsch hoher Ertrag.

Unser Spitzenfonds in der Gruppe der Rentenfonds High Yield, der Espa Bond Emerging-Markets T, hat im vergangenen Jahr ein Plus von 11,5 Prozent erwirtschaftet (Stichtag 31. Januar 2005). Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre lag seine Rendite sogar bei 13,5 Prozent pro Jahr.

Der Fonds der österreichischen Gesellschaft Erste Sparinvest investiert etwa in Anleihen von Russland, Brasilien, Südafrika und Indonesien.

Rentenfonds High Yield legen ihr Geld in Staatsanleihen von Schwellenländern an (Emerging Markets) oder sie konzentrieren sich auf Unternehmensanleihen (Corporate Bonds) von minderer Qualität.

Als Gegenleistung für das Risiko, das die Fonds dabei eingehen, bekommen sie hohe, teilweise zweistellige Zinserträge.

Staatsanleihen

Die Fonds erwirtschaften ihre Gewinne aber nicht nur durch hohe Zinserträge. „In Brasilien spekulieren wir darauf, dass sich das Rating verbessert“, sagt Anton Hauser, der Manager des Espa Bond Emerging-Markets T. Die Risikoaufschläge auf die Zinsen der neuen Staatsanleihen würden dann geringer. Das wirkt sich aus wie eine Zinssenkung: Der Preis der alten Anleihen, die höher verzinst sind, steigt und so verbucht der Fonds einen Kursgewinn.

Russland und Ecuador sind im Januar 2005 schon aufgewertet worden. Die Ratingagentur Standard & Poors hat Russland von BB+ auf BBB- hochgestuft. Nicht nur Hauser erwartet, dass es dieses Jahr noch einige weitere Aufwertungen geben wird.

Ein verbessertes Rating ist immer auch auf eine verbesserte Haushaltslage zurückzuführen. Die Staaten haben mehr Geld, um Schulden zurückzuzahlen oder brauchen keine neuen Kredite mehr. Grund für eine bessere Haushaltslage können Reformen sein wie ein Umbau der Sozialsysteme. Möglich ist auch, dass Geld von außen fließt.

Schwellenländer, die wie Peru, Chile oder Ecuador reich an Bodenschätzen sind, profitieren zum Beispiel davon, dass – angetrieben vom Wirtschaftsboom in China – die weltweite Rohstoffnachfrage gestiegen ist. „Wir gehen davon aus, dass Chinas Wirtschaft weiterhin boomt“, sagt Michael Discher-Remmlinger, Fondsmanager des dit-Emerging Markets Bond A (Isin IE 003 282 827 3). „Wenn nicht, müssten wir uns anders positionieren.“ Der Fonds hat zurzeit knapp 60 Prozent seines Geldes in Lateinamerika liegen.

Einen großen Anteil in vielen Fonds hat Russland. Auch dieses Land ist abhängig von der Rohstoffnachfrage. Seine Geldquellen sprudeln umso kräftiger, je höher der Ölpreis steigt.

Die Manager der High-Yield-Fonds gehen hohe Kreditrisiken ein. Ein zusätzliches Währungsrisiko wollen sie vermeiden. Sie kaufen deshalb die ausländischen Anleihen, die auf Euro oder Dollar lauten. Oft sichern sie zudem das Dollar-Risiko ab.

Unternehmensanleihen

Anders als Emerging-Markets-Fonds sind auf Unternehmensanleihen spezialisierte High-Yield-Fonds vornehmlich in den entwickelten Märkten unterwegs. Ihre Manager suchen nach Unternehmen, die zwar nicht als erstklassige Schuldner gelten, aber dennoch eine attraktive Anlage versprechen: Sie sollten bei überschaubarem Risiko möglichst hohe Zinsen bieten.

Der Robeco High Yield Bonds (EUR) D (Isin LU 008 513 694 2) ist ein erfolgreicher Unternehmensanleihenfonds. In den vergangenen fünf Jahren hat er im Schnitt 8,7 Prozent im Jahr geschafft.

Manager Sander Bus hält zum Beispiel Anleihen der US-Telefongesellschaft AT & T oder des Hotel- und Spielcasinobetreibers MGM Mirage, ebenfalls USA. Der überwiegende Teil der Anleihen im Fonds hat das Rating B. Für diese niedrige Einstufung gibt es hohe Zinsen – wenn alles gut geht. Die Ausfallwahrscheinlichkeit solcher Papiere ist hoch.

Der Robeco High Yield taucht in der Tabelle nicht auf, weil er zur Kategorie der „überdurchschnittlichen“ Fonds zählt. Abgedruckt sind nur die „stark überdurchschnittlichen“, die anderen sind im Internet zu finden.

Wenn die Konjunktur anzieht und die Zinsen steigen, haben Unternehmensanleihenfonds einen Vorteil gegenüber Fonds, die nur in Staatsanleihen investieren. „Unternehmensanleihen leiden zwar auch unter steigenden Zinsen, gleichzeitig verbessert sich in einem positiven Konjunkturumfeld aber deren Kreditwürdigkeit“, sagt Sander Bus.

Dieser Artikel ist hilfreich. 4555 Nutzer finden das hilfreich.