Rentenfonds Welt und Europa: Ertragreiche Zinsmärkte

Mit Rentenfonds anlegen Test

Werfen die heimischen Fischgründe magere Erträge ab, bleibt nur die Fahrt in internationale Gewässer. Auch für Rentenfondsmanager lohnt sich ein Blick über die Grenzen.

Rentenfonds Welt und Rentenfonds Europa kaufen Anleihen in fremder Währung. Damit erhöhen sie Chance und Risiko.

Es klingt einfach: Wenn die Zinsen im Euro-Raum niedrig sind, holt man sich die Anleihen dort, wo es mehr gibt. In den USA zum Beispiel oder in Großbritannien. Mit Rentenfonds Welt oder Rentenfonds Europa kaufen sich Anleger Chancen auf höhere Anleiherenditen ein und sie können auch Währungsgewinne erzielen.

Rentenfonds Welt

Oft lässt sich beides, die Währungs- und die Zinsidee, aber nicht miteinander verbinden. In den USA zum Beispiel sind die Zinsen höher als hier. Aber der Dollar sieht gegenüber dem Euro schwach aus.

Markus Kohlenbach, der Manager des Panda Renditefonds DWS (Isin DE 000 976 984 4), rechnet trotz der Erholung im Januar nicht damit, dass der Dollar gegenüber dem Euro nachhaltig steigt. Im Gegenteil. „Ich erwarte eine weitere Abschwächung über eine längere Zeit“, sagt er. Grund seien die hohen Defizite der Leistungs- und der Haushaltsbilanz der USA. Kohlenbach sichert das Wechselkursrisiko deshalb zeit- und teilweise ab.

Der Panda Renditefonds ist der beste Rentenfonds Welt in unserem Test. Zurzeit investiert er viel Geld in Euro-Papiere, die eine stabile Basis für sein Fondsportfolio bilden sollen. Darüber hinaus sucht er nach Staatsanleihen, die besser verzinst sind als die im Euro-Raum. Fündig wird er zum Beispiel in Neuseeland und Australien, dort liegen die Zinsen bei über 6 Prozent.

Außerdem spekuliert er auf Währungsgewinne, zum Beispiel in Schweden oder in Japan. „Japan ist überhaupt nur aus Währungsgesichtspunkten interessant“, sagt Kohlenbach. „Die Zinsen dort sind so niedrig, dass sie nur steigen können.“

Seine internationale Ausrichtung hat dem Fonds im vergangenen Jahr allerdings keine Überrendite im Vergleich zu Rentenfonds Euro gebracht: Plus 4,7 Prozent ist die magere Bilanz. Die Währungsverluste haben die höheren Zinserträge wieder zunichte gemacht.

Rentenfonds Europa

Der Deka-EuropaBond TF (Isin DE 000 977 198 0) investiert in europäische Papiere, vor allem solche aus Großbritannien, Nord- und Osteuropa. In jüngster Zeit hat sich das mehr gelohnt als ein Engagement überm großen Teich: Plus 13,6 Prozent lautet das Ergebnis für die vergangenen zwölf Monate.

Besonders gut läuft Großbritannien. „Dort sind die Renditen um bis zu einen Prozentpunkt höher als im Euro-Raum. Das bringt höhere Zinserträge. Außerdem erholt sich das Pfund gerade.“ Auch Osteuropa läuft, vor allem Polen hat es Zecha angetan. Dort profitiert er ebenfalls gleichzeitig von hohen Zinsen und Währungsgewinnen.

In Ungarn erwartet er weitere Zinssenkungen, den Forint hält er aber für überbewertet. Auch die tschechische Krone ist ihm zu teuer. Tschechische Papiere hat Zecha zurzeit stark reduziert. „Die Renditen dort sind zeitweise sogar schon unter Eurolandniveau gefallen“, sagt er.

Ist die Konvergenz, die Angleichung an das Niveau im Euro-Raum, erst vollzogen, werfen auch die anderen Rentenmärkte Osteuropas nicht mehr so viel ab wie jetzt.

Trotzdem können Rentenfonds Europa genauso wie Rentenfonds Welt eine sinnvolle Beimischung sein. Sie eignen sich vor allem für Anleger mit größeren und gut gestreuten Vermögen.

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