Rentenfonds in Fremdwährung investiert: Riskantes ­Unterfangen

Mit Rentenfonds anlegen Test

Ob die Fischer einen guten Fang machen, hängt auch vom Wetter ab, das oft genug launisch ist. Ähnliche Kapriolen schlagen die Währungsmärkte. Anleger, aufgepasst!

Mit Rentenfonds, die in Fremdwährungen investieren, ­können Anleger gezielt auf einen Anstieg des Dollar, des Yen oder einer anderen Währung setzen. Die Wette ist gefährlich.

Währungen machen, was sie wollen. Das zeigt das Beispiel des Dollar. Zuerst hieß es, der Dollar steigt, weil in den USA die Zinsen höher sind als in Europa. Dann sanken die Zinsen und es hieß: Der Dollar steigt, weil die US-Wirtschaft besser läuft als die europäische. Jetzt läuft sie immer noch besser, aber der Dollar fällt.

Währungen sind unberechenbar, das gilt nicht nur für den Dollar. Trotzdem wollen viele Leute darauf spekulieren.

Sie können dazu Rentenfonds kaufen, die in Fremdwährungsanleihen investieren. Die wichtigsten Fondsgruppen setzen auf US-Dollar, britische Pfund, japanische Yen oder Schweizer Franken. Wer mit Rentenfonds in Fremdwährungen investiert, muss aber nicht nur die Währung im Auge behalten, sondern gleichzeitig auch die Zinsentwicklung.

Dollar hin oder her

Mit Rentenfonds anlegen Test

Zuerst ist der Dollar gestiegen, dann gefallen. Ob er in nächster Zeit wieder steigt oder weiter fällt, lässt sich nur vermuten, nicht vorhersagen.

Zuerst ist der Dollar gestiegen, dann gefallen. Ob er in nächster Zeit wieder steigt oder weiter fällt, lässt sich nur vermuten, nicht vorhersagen.

Im Moment könnten Anleger auf den ­Gedanken kommen, die höheren Zinsen in den USA auszunutzen und deshalb ihr Geld in Rentenfonds US-Dollar stecken. Für lang laufende Papiere gibt es im ­Dollar-Raum zurzeit rund 4,1 Prozent statt 3,5 Prozent wie in Deutschland.

Wenn allerdings die amerikanische Notenbank Fed weiter an der Zinsschraube dreht – sie hat im Jahr 2004 die Leitzinsen in mehreren Schritten von 1 auf 2,5 ­Prozent erhöht – und das Zinsniveau insgesamt steigt, müssten die Fonds Kursverluste hinnehmen. Sollten zum Beispiel die Zinsen in kurzer Zeit um 1 Prozent steigen, würden lang laufende Anleihen rund 7 Prozent verlieren.

Es kann noch schlimmer kommen. Anleger würden noch mehr verlieren, wenn der Dollar weiter fällt. Die amerikanischen Rentenmärkte haben aus Sicht deutscher Anleger keine gute Zeit hinter sich. Im abgelaufenen Dreijahreszeitraum haben sie gemessen am Marktindex im Schnitt jedes Jahr 7,8 Prozent Minus gemacht.

Wenn der Dollar nicht fällt, sondern steigt, können die Währungsgewinne die Kursverluste ausgleichen – auch das kein Traumergebnis. Am besten wäre es, die Währung würde steigen und die Zinsen sinken. Solche Zeiten gab es schon: Von Juni 2000 bis Juni 2001 legte der amerikanische Rentenmarkt 10 Prozent zu. Zudem stieg der Dollar, sodass die Fonds insgesamt 24 Prozent Plus machten.

Andere Länder

Noch höhere Zinsen als in den USA gibt es in Großbritannien. Knapp 4,6 Prozent für lang laufende Papiere. Dort sind die Aussichten auch nicht so schlecht. „Das Pfund hat letztes Jahr abgewertet“, sagt Fondsmanager Wolfgang Zecha von Deka Investment. „Das erholt sich jetzt wieder.“ Es sieht auch nicht danach aus, dass steigende Zinsen die Kurse stark drücken könnten.

Die Erfolgsaussichten für eine Anlage in festverzinsliche Yen-Papiere sind durchwachsen. Japan erholt sich gerade von der Deflation, die Wirtschaft wächst wieder, weswegen mit steigenden Zinsen gerechnet werden muss. Zurzeit gibt es für lang laufende Papiere 1,3 Prozent – viel Spielraum nach oben. „Wenn überhaupt, sind in Japan nur Währungsgewinne drin“, sagt Markus Kohlenbach von DWS.

In der Schweiz sind die langfristigen Zinsen kaum höher: 2,1 Prozent pro Jahr. Die Schweizer Bank Pictet rechnet zwar mit Zinserhöhungen, allerdings frühestens im zweiten Halbjahr 2005. Der Franken steigt schon seit einiger Zeit. „Trotz dieser Festigung bleibt der Franken gegenüber dem Euro fundamental unterbewertet“, heißt es bei Pictet. Die Bank rechnet mit einem Anstieg auf 1,45 Franken pro Euro, das wären rund 7 Prozent.

Das alles sind allerdings nur Prognosen. Oft erklären die Analysten nämlich erst hinterher, warum sich die Währung in die eine und nicht in die andere Richtung ­bewegt hat – siehe Dollar.

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