Garantiedepots: Feine Auslese

Mischen ist nicht schwer. Finanztest zeigt, wie Anleger sich ihr Depot selbst zusammenstellen können. Richtig gemixt, kann das individuelle Depot jeden Mischfonds und jeden Dachfonds schlagen.

Der Reiz großer Pralinenschachteln liegt eben in ihrem Mix. Viele unterschiedliche Pralinen – für jeden Geschmack und vergleichsweise wenig Geld. Und das Schönste daran: Man bekommt sie mit einem schnellen Griff ins Regal. Wer etwas Erlesenes haben möchte, muss mehr Mühe aufwenden.

Das ist der Gedanke, der auch hinter Misch- und Dachfonds steckt: Die Anleger sollen, ohne viel überlegen zu müssen, eine Geldanlage bekommen, die ihnen gute Renditechancen bietet und das Risiko begrenzt. Eine Vermögensverwaltung für weniger Reiche, wenn man so will, und mit allen Nachteilen, die vorgefertigte Pakete haben.

Bei den Mischfonds und Dachfonds sind das die strikten Vorgaben, in welchem Verhältnis Aktien und Anleihen oder Fonds gemischt werden müssen – und zwar ohne Rücksicht auf die Marktlage.

Schokolade extra bitter

Wenn die Aktien fallen und fallen und der Fondsmanager nachkaufen muss, um das Mischungsverhältnis wiederherzustellen, verliert der Anleger die Vorteile der Rentenpapiere. Könnte der Fondsmanager flexibel reagieren, würde er erst dann wieder Aktien kaufen, wenn er steigende Kurse erwartet, und bis dahin von den Anleihen profitieren.

Steigen die Aktien, haben die Anleger mit defensiven Fonds das Nachsehen. Sie müssen tatenlos zuschauen, wie die lukrativen Aktien nach und nach aus dem Portfolio verschwinden, weil sie ihren erlaubten Anteil übersteigen.

Sahnig und süß

Mit einem Fitzelchen mehr Engagement kann sich der Anleger das, was eine Vermögensverwaltung ihm verspricht, selber machen: nämlich ein Depot zusammenstellen, welches Aktien enthält und dennoch kein Verlustrisiko. Auch dieses Prinzip fußt auf dem Mischgedanken. Die Anleger mischen entweder Aktien und Anleihen wie ein Mischfonds es täte, oder nach dem Vorbild der Dachfonds, Aktienfonds mit Rentenfonds.

Wer lieber Einzelpapiere kauft, sollte dennoch von einzelnen Aktien die Finger lassen und stattdessen Fonds nehmen. Als Grundlage hervorragend geeignet sind internationale oder europäische Aktienfonds. Dazu kommt, je nach Zinslage, ein mehr oder weniger großer Anteil festverzinslicher Wertpapiere.

Angenommen, ein Anleger möchte sein Geld für eine Dauer von zehn Jahren investieren und die Renditen liegen bei 4,3 Prozent pro Jahr – dann benötigt er einen Anleihenanteil von 65,4 Prozent, um sicher sein Geld wiederzubekommen. Die Aktien – in dem Beispiel stecken 34,6 Prozent des anfänglichen Vermögens darin – können dabei getrost wertlos werden.

Statt mit festverzinslichen Wertpapieren – geeignet sind beispielsweise Bundesanleihen oder, je nach Laufzeit, auch Schatzbriefe – kann der Anleger sein Depot auch mit Euro-Rentenfonds sichern. Allerdings geht die Rechnung dann nicht mehr genau, sondern nur noch so ungefähr auf: Niemand kann exakt voraussagen, wie gut ein Fonds abschneidet.

Hinzu kommt, dass die Fondsauswahl nicht ganz einfach ist: Das Konzept verlangt eigentlich nach einem Rentenlaufzeitfonds, der dann endet, wenn der Anleger sein Geld wiederhaben will. Normale Euro-Rentenfonds haben meist durchschnittliche Restlaufzeiten von drei bis sieben Jahren und können bei dramatischen Zinserhöhungen auch Verluste oder zumindest geringere Gewinne als geplant machen.

Was die Aktienfonds angeht, muss sich der Anleger nicht auf einen Fonds beschränken. Sucht er sich mehrere aus, sollten die allerdings nicht alle dieselbe Anlagestrategie verfolgen. Beispielsweise könnte man den aggressiven international anlegenden Vermögensbildungsfonds I mit dem marktnahen UniGlobal mischen oder einen internationalen mit einem europäischen und einem deutschen Fonds. Die Monat für Monat in Finanztest erscheinenden Fondsanalysen zeigen, wie gut die Fonds sind und ob die Ergebnisse stabil sind oder sich verändern. Ein regelmäßiger Blick in die Tabellen leistet wertvolle Hilfe.

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