Anleihen und Aktien zu mischen ist gut. Das geht mit Mischfonds, Dachfonds oder auf eigene Faust. Viele setzen auf Mischfonds und machen nicht die beste Rendite.

Eine große, bunt gemischte Pralinenschachtel ist wie ein wunderbares Versprechen. Trüffel, Kirschwasserkrokant, Marzipan. Keiner würde auf die Idee kommen, sie für eine Ein-Sorten-Packung liegen zu lassen – bis er merkt, dass in der großen, bunten Schachtel viele Stücke sind, die ihm gar nicht schmecken.

Die Verheißung von Mischfonds ist eine ähnliche: Sie investieren in Aktien und Anleihen und geben dem Anleger das Gefühl, sein Geld nicht besser investieren zu können. Theoretisch sollte das Risiko auf diese Weise am besten gestreut sein und alle Chancen sind möglich: Der Fondsmanager kauft Aktien, wenn er Kurssprünge erwartet, und Anleihen, wenn er denkt, dass sie mehr Rendite bringen als andere Papiere.

Mischung verdorben

Praktisch sind den meisten Mischfonds-Managern freilich die Hände gebunden. Sie können nicht so viele Aktien oder Anleihen kaufen, wie sie wollen, sondern nur so viel, wie ihr Arbeitgeber ­ihnen erlaubt. Die Fondsgesellschaften verderben sich ihre Mischfonds-Angebote nämlich selbst, indem sie in den Prospekten vorgeben, wie groß der Aktienanteil oder der Anleihenanteil jeweils sein darf. Der Allianz Flexi Rentenfonds beispielsweise erlaubt höchstens ein Viertel Aktien.

Einige Mischfonds nutzen nicht die weltweite Palette, sondern beschränken sich auf bestimmte Länder. Dazu gehört der dit-Kapital Plus, der nur in Deutschland anlegt.

Der Anleger kann sich gerade noch aussuchen, ob es eine offensive, defensive oder ausgeglichene Variante sein soll. Ähnlich wie die helle und herbe Mischung von Merci.

Die offensive ist die aktienlastige Variante, die defensive bevorzugt Anleihen und die ausgeglichene pickt sich von beidem etwa dieselbe Menge heraus. Je nach Börsenphase schneiden die einen oder die anderen besser ab. Finanztest hat die Fonds nach diesen drei Varianten untersucht. Die Erläuterungen dazu und die Ergebnisse finden Sie in der Tabelle.

Geschmacksrichtungen

Was man nicht vermuten würde: Es kommt in der Tat mehr auf die Zusammensetzung des Fonds aus Aktien und Renten an als darauf, welche Papiere der Fondsmanager kauft.

Aktuell liegen die Fünfjahres-Wertentwicklungen der Fonds mit offensiver Ausrichtung zwischen minus 12 und plus 7,1 Prozent pro Jahr. Die ausgewogenen Fonds bewegen sich zwischen minus 13,5 und plus 7,7 Prozent pro Jahr, ähneln also im Moment den offensiven: Hier schlägt die Baisse voll durch. Die Fünfjahres-Ergebnisse der defensiven Varianten liegen enger zusammen: minus 1,5 Prozent für den schlechtesten, plus 6,5 Prozent für den besten.

Das ist nicht gut genug: Finanztest rät Anhängern des Mischfondsgedankens deshalb zu gemischten Depots, die sie selbst mit Fonds bestücken und mit denen sie flexibel auf das Marktgeschehen reagieren können.

Mmmmmh! Eine Schachtel mit lauter Lieblingspralinen! Nur noch Nougat und Himbeermarzipan und nie wieder Piemontkirsche!

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