Minijobs im Haushalt Meldung

Dem Arbeitgeber drohen Nachzahlung und Bußgeld, wenn er die Putzfrau nicht bei der Minijob-Zentrale meldet.

Wer eine Putzfrau schwarz beschäftigt, wird mit Bußgeld bedroht. Dabei ist es gar nicht schwer, die Perle zu legalisieren. Und bezahlen lässt sich das auch.

Der „Arbeitsplatz Haushalt“ ist ins Gerede gekommen. Viele Familien ignorieren ihre Pflichten als Arbeitgeber und beschäftigen ihre Putzfrau schwarz, obwohl sie seit einem Jahr Personal für Haus und Garten unkompliziert einstellen können. Zahlt er einen Monatsverdienst von bis zu 400 Euro, muss ein privater Arbeitgeber nur eine Steuer- und Sozialabgabenpauschale an die Minijob-Zentrale bei der Bundesknappschaft in Essen abführen.

Im Gegenzug darf er zehn Prozent seiner Ausgaben, maximal 510 Euro im Jahr, von seiner Steuerschuld abziehen. Steuerzahlern erstattet der Staat damit einen erheblichen Teil der gezahlten Sozialabgaben und Steuern wieder. Auch die Anmeldung der Perle lässt sich über das Haushaltsscheckverfahren mit relativ wenig Bürokratie abwickeln. Ein einseitiges Formular ausfüllen, fertig. Der Arbeitgeber erteilt damit zugleich eine Einzugsermächtigung, sodass die Bundesknappschaft als Träger der Minijob-Zentrale die Pauschale halbjährlich vom Konto abbuchen kann. Das Formular ist im Internet abrufbar, die Minijob-Zentrale ver­schickt es aber auch per Post.

Beispiel: Eine Familie beschäftigt eine Putzfrau einmal in der Woche für drei Stunden zu einem Monatslohn von 100 Euro. Die Abgabenpauschale beträgt 12 Prozent, hier also 12 Euro. Davon entfallen 5 Prozent auf die Krankenversicherung, weitere 5 Prozent auf die Rentenversicherung sowie 2 Prozent auf den Fiskus. Der Arbeitgeber hat mit der Krankenkasse der Arbeitnehmerin, mit der Lohnsteueranmeldung oder der Rentenversicherungsanstalt aber nichts zu tun. Das übernimmt die Minijob-Zentrale. Bei Krankheit hat die Haushaltshilfe wie jeder andere Arbeitnehmer Anspruch auf sechs Wochen Lohnfortzahlung. Auf Antrag trägt die Minijob-Zentrale 70 Prozent dieser Kosten im Krankheitsfall. Deshalb kommen zu den zwölf Prozent Pauschalabgaben noch 1,3 Prozent Umlage zur Lohnfortzahlung. Dadurch erhöhen sich die monatlichen Abgaben auf 13,30 Euro.

Neben der Pauschale muss der Arbeitgeber noch einen Beitrag für den gesetzlichen Unfallschutz zah­­len. Der geht an die Unfallversicherung und nicht an die Minijob-Zentrale. Je nach Region und Wochenarbeitszeit kostet das zwischen 20 und 100 Euro im Jahr. Auch dieses Geld ist sinnvoll angelegt, denn sonst müsste der Arbeitgeber für die Arztkosten und schlimmstenfalls auch für eine Unfallrente selbst aufkommen.

Teurer, wenn Schwarzarbeit auffliegt

Vergleichsweise teuer wird es, wenn Schwarzarbeit auffliegt. Bußgelder kosten laut Sozialgesetzbuch bis zu 5 000 Euro. Außerdem sind die Abgaben nachzuzahlen. Kommt die Putzfrau aus dem Ausland, droht weiteres Ungemach. Bei einer Ausweisung wegen illegaler Tätigkeit kann der Arbeitgeber noch mit den dafür anfallenden Kosten belastet werden.

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