Mini-PCs und PC-Sticks Test

Ordentliche Leistung in einem kompakten Gehäuse: Manche platz­sparende Rechner im Test können mit großen Einsteiger-PCs und Notebooks mithalten. Einige sind allerdings so asketisch ausgestattet, dass sie im Alltag wenig Freude bereiten.

Ein unsicht­barer Computer ist ein schöner Computer. Klassische Desktop-PCs sind leider alles andere als unsicht­bar – sie wiegen oft um die zehn Kilo und brauchen ähnlich viel Platz wie ein Hand­gepäck­koffer im Flugzeug. Mini-PCs lassen sich deutlich besser verstecken. Einige sind kaum größer als ein Bier­deckel und nur etwas höher als ein Laptop. So passen sie unter oder hinter den Monitor. Zudem sind sie oft leiser und stromsparender als andere Schreibtisch-Rechner. Doch prima getarnt und effizient muss noch lange nicht gut sein. Deshalb haben wir bei elf Kist­chen geprüft, was sie auf dem Kasten haben.

Würdiger Ersatz für Desktop-Rechner

Das wichtigste Ergebnis unseres Tests: Tech­nisch sind die meisten der Kleinen schon groß. Neun von elf geprüften Geräten erreichen die Qualitäts­urteile gut oder befriedigend. Die Besseren können Schreibtisch-Computer aus dem Einsteiger­bereich voll­wertig ersetzen. Genau wie ihre großen Geschwister erfordern die Minis zum Arbeiten drei altbekannte Begleiter: Monitor, Maus und Tastatur.

Filme ja, 3D-Spiele nein

Mit Stan­dard­aufgaben – etwa Texte bearbeiten oder im Internet surfen – kommen fast alle problemlos zurecht. Immerhin fünf Modelle eignen sich gut oder sehr gut zum Abspielen hoch­auflösender Videos.

Gamer werden mit den Geräten aber nicht unbe­dingt Freude haben. Keiner der Mini-PCs im Test bietet genügend Rechen­leistung, um grafisch aufwendige Spiele ohne Ruckler darzustellen. Das schaffen allerdings auch etliche Laptops und größere PCs nicht.

Die Größten der Kleinen

Unter den elf geprüften Klein­rechnern setzt sich der Fujitsu Esprimo Q556 an die Spitze. Ihn zeichnet die beste Rechen­leistung und die größte Vielseitig­keit im Test aus. Mit rund 1,9 Kilo Gewicht und dem größten Volumen ist er allerdings auch der Riese unter den elf Zwergen.

Die anderen drei guten Geräte von Dell, Lenovo und Apple gehören ebenfalls zu den wuchtigeren Vertretern ihrer Art. Doch selbst diese „großen“ Kleinen erreichen nicht mal die Abmessungen eines Kinder­schuh-Kartons.

Zwei Flops in der Auswahl

Asus und Trekstor enttäuschen. Beide haben Probleme mit ihren USB-Buchsen: Immer wieder bricht die Verbindung zu externen Geräten wie Fest­platten ab. Das nervt und kann sogar zu Daten­verlust führen. Dafür ernten die Geräte in der Disziplin „Täglicher Gebrauch“ ein Mangelhaft. Der Trekstor ist außerdem zu schlapp, um Full-HD-Videos ruckelfrei abzu­spielen.

Geräte mit individuellen Stärken

Groß sind die Unterschiede beim Arbeits­speicher: Fujitsu bietet mit 8 Gigabyte doppelt so viel wie die meisten anderen. Asus, Trekstor und Zotac haben nur magere 2 Gigabyte. Das ist für Wind­ows-10-Rechner ziemlich wenig.

Der größte interne Fest­speicher steckt im Mac Mini. Er bietet Raum für 500 Gigabyte Daten. Dafür nutzt er als einziger Rechner im Test eine klassische Fest­platte. Die anderen zehn Geräte verwenden modernere SSD-Speicher.

Am Speicher gespart

Das größte SSD-Lauf­werk hat der Fujitsu. Doch selbst seine 256 Gigabyte sind im Vergleich mit üblichen Desktop-PCs wenig. Die anderen Klein­rechner bieten noch deutlich weniger. Auf Asus, Trekstor und Zotac passen gerade mal 32 Gigabyte. Viele Nutzer werden nach­rüsten müssen. Das geht mit einer Speicherkarte oder einer externen Fest­platte. Ein Grund für diese Speicher-Askese ist der relativ hohe Preis von SSD-Lauf­werken – viele Anbieter wollen ihre Zwerg-Rechner offen­bar günstig halten.

Zotac mag keinen Funk

Ein völlig unzeitgemäßes Defizit offen­bart der Zotac: Ihm fehlt die Fähig­keit, via WLan ins Internet zu gehen. Statt­dessen muss er per Kabel mit dem Router verbunden werden. Selbst manche Wasch­maschinen verfügen heut­zutage über WLan-Empfänger.

Dem Zotac fehlt, genau wie dem Shuttle, auch die Funk­technik Bluetooth, die etwa zum Anschließen von kabellosen Tastaturen, Mäusen oder Kopf­hörern dient. Immerhin: Beide Modelle bieten genügend USB-Anschlüsse, um solche Geräte per Kabel zu verbinden. Der Zotac hat fünf USB-Buchsen, der Shuttle sogar sechs.

Shuttle testet Eng­lisch-Kennt­nisse

Der Anbieter Shuttle setzt offen­bar voraus, dass alle Nutzer seines Mini-PCs gut Eng­lisch können. Wer ihn mal zurück­setzen muss, kann das nur auf Eng­lisch tun. Anschließend läuft auch das Betriebs­system Wind­ows 7 auf Eng­lisch. Der Besitzer kann es nur auf Deutsch umstellen, wenn er statt der Wieder­herstellungs­funk­tion die mitgelieferte DVD verwendet und Wind­ows neu installiert. Dazu sind aber wiederum gute Eng­lisch-Kennt­nisse gefragt. Für dieses ungeschickte Vorgehen des Anbieters gibt es einen passenden eng­lischen Ausdruck: „Lost in Trans­lation!“

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