Mini-Notebook von Asus Schnelltest

Klein aber oho: Der Asus EeePC 4G.

Klein aber oho: Der Asus EeePC 4G.

Ein ultrakompaktes Mini-Notebook für unter 300 Euro: Der EeePC von Asus erregt enormes Aufsehen bei Technik-Fans und war wenige Tage nach Verkaufsstart bereits aus­ver­kauft. Nur Hype oder echter Hit? test.de sagt, was der EeePC wirklich kann.

Neuartiges Konzept

Der allgemeine Trend geht hin zu Multimedia-Notebooks: Fast niemand will auf riesige Festplatten, neueste optische Laufwerke und große Displays verzichten. Wer mehr Wert auf kompakte Maße und ein geringes Gewicht legt, musste bislang meist tief in die Tasche greifen. Das soll sich mit dem EeePC von Asus ändern. Der Knirps mit dem nur sieben Zoll (17,8 Zentimeter) großen Display will zum Kampfpreis von 299 Euro den Markt aufmischen. Bereits jetzt steht fest: Der EeePC kommt an, nur nicht immer sofort. Denn schon wenige Tage nach dem offiziellen Verkaufsstart im Januar war die erste Lieferung des Laptop-Leichtgewichts (920 Gramm) deutschlandweit ausverkauft.

Abgespecktes Notebook

Interessierte sollten allerdings nicht zuviel vom Neuling erwarten: Letztlich ist der EeePC ein sehr abgespecktes und somit auch zwangsläufig recht eingeschränktes Notebook. Dennoch bietet er einige Neuerungen: Wer etwa eine Festplatte sucht, wird keine finden. Die vier Gigabyte (GB) Speicherplatz, von denen bei Auslieferung nur noch 1,5 GB frei sind, sind als Flash-Speicherchip verbaut. Vorteil: Die deutlich geringere Anfälligkeit gegen Erschütterungen. Nachteil: Der Speicherplatz kann schnell knapp werden. Erweitern lässt er sich über einen Speicherkarten-Slot, der MMC-, SD- und SDHC-Karten mit bis zu 32 GB akzeptiert. Auch ein optisches Laufwerk für CDs oder DVDs besitzt der Eee PC nicht. Daten gelangen so nur über Speicherkarten, USB-Speichermedien oder das Internet auf den Rechner. Der Arbeitsspeicher ist mit 512 Megabyte zwar mager, reicht für Office- und Internet-Tätigkeiten aber aus.
Tipp: Wer mehr Arbeitsspeicher braucht, kann mit einem 1 oder 2 GB Speicherbaustein der DDRII-Ram-Bauweise aufrüsten. Damit ist dann aber auch das Maximum erreicht.

Rechner für Reisen

Für den stationären Dauereinsatz wurde der EeePC augenscheinlich nicht konzipiert: Die Tastatur ist zu klein für Textverarbeitung per Zehn-Finger-System und auch das stockende Touchpad ist gewöhnungsbedürftig. Zudem ist das winzige Display nicht sehr hell und daher auf Dauer anstrengend für die Augen. Vielreisende werden am günstigen Mini-Laptop dagegen ihre Freude haben. Und zwar nicht nur wegen der kompakten Bauweise und dem geringen Gewicht: Durch den integrierten WLAN-Adapter können Reisende zum Beispiel auch am Flughafen E-Mails abrufen und versenden, sowie das Internet unsicher machen. Und der Kontakt zu Daheimgebliebenen muss dank der eingebauten Kamera für Videotelefonie ebenfalls nicht abreißen. Leider fehlt dem Gerät eine Bluetooth-Funktion, über die sich ein Mobiltelefon oder ein drahtloses Headset mit dem Rechner verbinden lässt. Das ist ärgerlich für Leute, die häufig Daten synchronisieren müssen oder ohne lästige Kabelage videofonieren möchten. Die Akkulaufzeit ist mit drei Stunden ok, aber in Anbetracht der stromsparenden Ausstattung hätte es doch etwas mehr sein können.
Tipp: Wenn Sie nicht auf kabellose Datensynchronisation und Kommunikation verzichten möchten, kaufen Sie sich doch einfach einen Bluetooth-USB-Stick. Das ist zwar etwas unpraktischer aber dennoch eine vollwertige Lösung.

Software für Alle(s)

Neuland ist für viele Windows-Nutzer sicherlich das installierte Betriebssystem: Aus Platz- und Kostengründen haben sich die Entwickler für eine Linux-Variante entschieden. Der Anwender bekommt davon allerdings nicht viel mit, denn gleich nach dem sehr flotten Hochfahren des Geräts bekommt er eine leicht verständliche Oberfläche angezeigt. Die Orientierung ist ein Kinderspiel: Der Desktop ist in Themenbereiche wie Internet, Arbeit, Lernen und Spielen gegliedert und mit selbsterklärenden Icons ausgestattet. Hinter den Symbolen versteckt sich eine Vielfalt an vorinstallierter Software: Das kostenlose Datenverarbeitungspaket OpenOffice ist ebenso dabei, wie der Internetbrowser Firefox, das E-Mail-Programm Thunderbird und die beliebte Videotelefonie-Software Skype. Ein Virenscanner gehört neben Lern- und Spielprogrammen und einem Multimediamanager auch zur Grundausstattung. Dass ist auch gut so, denn die Installation eigener Programme ist Menschen ohne Linux-Kenntnisse fast unmöglich.
Tipp: Reicht Ihnen die Software-Ausstattung nicht aus und möchten Sie gerne Windows-Programme nutzen, so ist dies möglich: Die Bedienungsanleitung schildert auf 15 Seiten wie Sie das Betriebssystem Windows XP installieren können.

[Update 17. April]

Inzwischen liefert Asus wieder Notebooks aus. Allerdings mit einem weniger leistungsfähigen Akku. Statt bisher 5 200 Milliamperestunden speichert er nur noch 4 400. Dadurch verkürzt sich die Akkulaufzeit etwas. Preis und sonstige Produkteigenschaften bleiben jedoch gleich.

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