Mini-Musikanlage von Aldi Schnelltest

Aldi goes iPod. Eine kleine Musik-Anlage mit spezieller Docking-Station für die schicken und teuren Apple-MP3-Spieler gabs da gestern - jedenfalls in manchen Filialen. test.de hat mit Mühe und Not zwei der Anlagen bekommen und getestet. Der Schnelltest sagt, ob die Anlage anständig klingt und mit allen iPods funktioniert.

[Update 12.12.2007] Der Verbraucherzentrale Bundesverband schickt Aldi-Nord wegen der Mini-Musikanlage eine Abmahnung. Details unten am Ende der Seite.

Hängen statt Stehen

Die Anlage von Aldi-Hausmarke Medion hat genau wie alle Ipods runde Ecken und müht sich um Minimalismus. Trotzdem sehen Apple-Geräte irgendwie anders aus. Doch Design ist Geschmackssache und hier kein Thema. Allemal erwähnenswert: Die Medion-Anlage und die beiden Lautsprecher sind flach genug, um an der Wand zu hängen, statt irgendwo im Weg zu stehen. Nur der Subwoofer ist zu klobig und braucht irgendwo einen Stehplatz. Zu beachten: Nicht etwa das Bedienteil ist Zentrale der Anlage, sondern der Subwoofer. Von dort führen jeweils zwei Meter lange schwarze Kabel zur Bedieneinheit und den beiden Stereo-Lautsprechern. Auf dem Bild von der an der Wand montierten Anlage in der Aldi-Werbung fehlen die Kabel wohlweislich.

Einkauf mit Hindernissen

Fest steht auch: Die Mini-Anlage war entweder höchst begehrt oder ziemlich selten. Zwei test-Einkäufer machten sich gestern früh auf den Weg. Der eine ergatterte beim fünften Versuch mit Müh' und Not noch zwei Anlagen. Der zweite Einkäufer gab nach zehn Aldi-Märkten ohne Mini-Musikanlage entnervt auf. test.de wird den Verbraucherzentrale Bundesverband detailliert informieren.

Bedienung ohne Probleme

Jenseits des Einkaufs macht die Mini-Anlage keine Schwierigkeiten mehr. Sie ist flott aufgebaut und in Betrieb genommen. Die Bedienung gelingt nicht völlig ohne Blick in die Bedienungsanleitung, ist aber schnell erlernt und unproblematisch. Verschiedene Verzeichnisse und Lieder lassen sich direkt ansteuern. Möglich sind verschiedene Wiederholfunktionen und eine Zufallswiedergabe, die sich allerdings wie einige andere Funktionen auch nur über die Fernbedienung aktivieren lässt. Etwas umständlich ist die Fernbedienung, wenn ein iPod in der Dockingstation steckt. Vom Navigieren in iPod-Menüs zur Steuerung des Abspielen in iPod-Ordnern ist eine Umschaltung des Bedienmodus nötig. Einfacher ist die Bedienung direkt über den iPod. Aber Achtung: Ältere iPods bis zur zweiten Generation funktionieren in der Docking Station nur höchst eingeschränkt. Solche gabs neu bis Anfang 2003.

Anständiger Klang, aber kein Hifi

Bei der Klangqualität schlägt sich die Medion-Minianlage ganz anständig. Klar: Gegenüber einer Stereo-Anlage mit hochwertigen Standboxen zieht sie deutlich hörbar den kürzeren. Der Klang wirkt stets leicht unklar und etwas bemüht. Im Vergleich zu anderen kleinen Musikanlagen und Computer-Lautsprechern allerdings vermag die Aldi-Anlage zu überzeugen. Das Klangbild ist insgesamt ausgewogen und differenziert. Vom Fiepsen und Plärren ganz billiger Fernseh-Lautsprecher ist sie weit entfernt. Die maximal mögliche Lautstärke ist für den Alltagsbetrieb in nicht allzu großen Räumen völlig ausreichend. Selbst bei höchster Lautstärke hält sich die Verzerrung in gut erträglichen Grenzen.

TV-Anschluss ohne Sinn

Mit iPods der vierten Generation (Juli 2004 bis Oktober 2005) lässt sich für die Anzeige von Videos ein Fernseher an die Medion-Anlage anschließen. Wirklich Sinn macht das allerdings nicht. Die Bildqualität ist wegen der geringen Auflösung der iPod-Videos bescheiden. Längere Filme zu schauen macht keinen Spaß.

test-Kommentar: Wiedergabe
Im Überblick: Technische Daten und Ausstattung

[Update 12.12.2007] Der vzbv hat Aldi-Nord ultimativ aufgefordert, künftig für ausreichende Mengen an Sonderangeboten wie der Aldi-Musikanlage zu sorgen. Begründung: Es ist irreführend und unlauterer Wettbewerb für Ware zu werben, die nicht in angemessener Menge bereit steht. Angebote müssen so kalkuliert sein, dass der Vorrat an Ware unter normalen Umständen für zumindest zwei Tage reicht.

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