Pressemeldungen des Anbieters Neumarkter Lamms­bräu, dessen natürliches Mineral­wasser BioKristall (still) in unserem aktuellen Test stiller Mineralwässer mit „Mangelhaft“ abge­schnitten hat, irritieren nicht nur unsere Leser. Daher stellen wir hier noch einmal die zehn wichtigsten Fakten im Über­blick zusammen:

  1. Die Stiftung Warentest hatte für ihre Unter­suchung 32 stille natürliche Mineralwässer ausgewählt, darunter auch 6 Produkte, die ein Bio-Logo tragen. Dazu gehörte auch das Mineral­wasser BioKristall still.
  2. Geprüft wurden alle Wässer in unabhängigen, fachlich kompetenten Prüf­instituten nach dem Prüf­programm der Stiftung Warentest.
  3. Dieses Prüf­programm war zuvor mit externen Experten, darunter unabhängige Experten sowie Anbieter- und Verbraucher­vertreter, in einem Fachbeirat diskutiert worden.
  4. Jeder Anbieter, der mit seinem Produkt im Test vertreten war, erhielt eine Mitteilung über die Einbeziehung in die Unter­suchung, einen Fragebogen und nach Abschluss der Prüfungen eine Anbieter­vor­information mit den objektiv ermittelten Mess­ergeb­nissen mit der Möglich­keit, zu den mitgeteilten Mess­ergeb­nissen Stellung zu nehmen.
  5. Unsere Anbieter­vor­information ist eine Stan­dard­maßnahme unserer Qualitäts­sicherung, um Fehler in der Veröffent­lichung zu vermeiden. Dies wird den Anbietern auch mit dem dazu­gehörigen Anschreiben mitgeteilt.
  6. Davon machte auch der Anbieter Neumarkter Lamms­bräu Gebrauch. Er teilte uns eigene Mess­ergeb­nisse für sein stilles BioKristall mit, die sich von denen der Stiftung Warentest teil­weise unterschieden. Wir bestätigten dem Anbieter den Eingang seines Schreibens; in eine inhalt­lich Diskussion traten wir nicht mit ihm. Selbst wenn Neumarkter Lamms­bräu uns um einen Austausch gebeten hätte, wären wir dem nicht nachgekommen. Denn in der Phase einer Test­auswertung kommunizieren wir nicht mit Testanbietern, um jegliche Möglich­keit der Einfluss­nahme auf unsere unabhängige Testarbeit zu vermeiden.
  7. Selbst­verständlich prüften wir alle einge­gangenen Anbieterre­aktionen, darunter auch die zum stillen Mineral­wasser BioKristall. Die Über­prüfung ergab keine Zweifel an unseren Mess­werten.
  8. Nach der Test­ver­öffent­lichung erreichte uns dann vom Anbieter Lamms­bräu eine Stellung­nahme mit einer Fülle von eigenen Unter­suchungs­befunden. Auf ein weiteres Schreiben mit neuerlichen Prüf­ergeb­nissen antworteten wir am 10. Juli umfäng­lich und inhalt­lich im Detail. Leider hat Lamms­bräu unser Schreiben bei seiner heutigen Pressemeldung und dem Schreiben an die Händler voll­ständig ignoriert. Die Behauptung darin, man hätte uns aufgefordert, unser Urteil umge­hend zu korrigieren, entspricht nicht der Wahr­heit. Wir haben das Unternehmen Lamms­bräu am heutigen Tag schriftlich aufgefordert, seine Öffent­lich­keits-Maßnahmen zu korrigieren.
  9. Auch nach nochmaliger Prüfung des Sach­verhaltes bleiben wir bei der Aussage, dass das natürliche Mineral­wasser BioKristall die in der Richt­linie der Qualitäts­gemeinschaft „Bio-Mineral­wasser“ fest­gelegten Aktivitäts­konzentrationen von Radium-226 und die Summe aus Radium-226 und Radium-228 über­schreitet. Wir halten deshalb nach wie vor die Bezeichnung als Bio-Mineral­wasser für fraglich und bleiben bei unserer Bewertung mit dem test-Qualitäts­urteil „Mangelhaft“. Auch die Bewertung der mikrobiologischen Qualität mit der Note „Befriedigend“ halten wir aufrecht.
  10. Nun ist Lamms­bräu gefordert, für eine konstante Qualität seines Bio-Mineral­wassers zu sorgen und seiner Verantwortung als Inver­kehr­bringer gerecht zu werden.

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