Das Bundes­ministerium für Verbraucher­schutz reagiert auf den Test von Advents­kalendern der Stiftung Warentest. Sobald wie möglich sollen Rege­lungen auf den Weg gebracht werden, um Verbraucher vor Mineral­ölen in Lebens­mitteln zu schützen. Die Tester hatten in der Schokolade von 24 Adventskalendern Mineralöle nachgewiesen.

Verordnungen sollen Mineral­ölpro­blem eindämmen

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz nimmt den Nach­weis von Mineral­ölen in 24 Advents­kalendern zum Anlass, gesetzliche Rege­lungen anzu­kündigen. Nach Auffassung des BMELV führen freiwil­lige Maßnahmen der Wirt­schaft nämlich nicht zum Ziel. Ein Entwurf für eine sogenannte Mineral­ölver­ordnung sieht Höchst­gehalte vor. Sie soll in Zukunft fest­schreiben, welche Höchst­mengen an Mineral­ölen aus Lebens­mittel­verpackungen auf Lebens­mittel übergehen dürfen. Laut einer Sprecherin des Ministeriums sei für den Anteil der möglicher­weise krebs­er­regenden aromatischen Mineralöle ein Höchst­gehalt denk­bar, der auf dem Niveau der Nach­weis­grenze liege. Die Stiftung Warentest vertritt die Über­zeugung, dass Substanzen mit einem möglichen Krebs­risiko grund­sätzlich nichts in Lebens­mitteln zu suchen haben. Zurzeit liegen noch keine gesetzlichen Höchst­gehalte für Mineralöle vor, weil deren Wirkung auf die Gesundheit des Menschen noch nicht eindeutig geklärt ist. Wenige Labore haben derzeit analytische Erfahrungen, um diese Substanzen nach­zuweisen.

Mineral­ölhaltige Aufdruck­farben bald tabu

Mineralöle können auch in Lebens­mittel wandern, wenn Bilder und Schrift auf den Verpackungen mit mineral­ölhaltigen Farben gedruckt wurden. Laut Verbraucher­schutz­ministerium sollen diese mineral­ölhaltigen Druck­farben für Lebens­mittel­verpackungen demnächst tabu sein. Die sogenannte Druck­farben­ver­ordnung solle das regeln. Die Entwürfe für die Druck­farben­ver­ordnung und die Mineral­ölver­ordnung würden derzeit mit den Regierungs­ressorts, den Ländern und der Wirt­schaft abge­stimmt. Noch ist allerdings unklar, wann genau die Verordnungen umge­setzt werden können.

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