Halt­barkeit von Lebens­mitteln

7 Tipps für den Selbst­check zuhause

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Halt­barkeit von Lebens­mitteln - Nicht gleich wegwerfen
Schimmel­prüfung. Abge­packter Salat mit Schimmel oder schmieriger Flüssig­keits­ansamm­lung ist nicht mehr zu retten. © Highwaystarz-Photography

Ist das Ei noch frisch? Muss Käse mit Schimmel in den Müll? So prüfen Sie bei beliebten Lebens­mitteln selbst, ob diese weiter genieß­bar sind.

Inhalt
  1. Ist das noch gut oder muss das weg?
  2. 7 Tipps für den Selbst­check zuhause

1. Eier: So prüfen Sie, ob das Ei noch gut ist

Wenn Sie rohe Eier in ein Glas mit Wasser legen, können Sie prüfen, wie frisch sie sind: Ganz frische Eier bleiben am Boden liegen – verwenden Sie nur solche für Speisen mit rohen Eiern wie Tiramisu. Einige Tage alte Eier stellen sich leicht schräg nach oben bis senkrecht auf. Eier, die an der Oberfläche schwimmen, sollten Sie nur durch­erhitzt verzehren.

2. Milch: Wie Sie heraus­finden, ob Milch schlecht ist

Früher war klar: Riecht oder schmeckt Milch sauer, sollte man sie nicht mehr trinken. Doch die heute weit verbreitete länger halt­bare Frisch­milch und H-Milch können verderben, ohne dass sie sauer riechen. Daher bei ihnen auf muffigen, bitteren oder alten Geschmack achten. Sie mögen nicht probieren? Dann gießen Sie einen Schluck Milch aus: Ist sie klumpig geworden, dann entsorgen. Das gilt auch, wenn Milch in Kaffee ausflockt.

3. Käse: Was Sie bei Schimmel tun sollten

Bei Camembert und Gorgonzola gehört Schimmel dazu. Ist er vom Camembert auf Schnitt­käse gewandert, ist das nur unappetitlich – am besten Sorten separat verpackt aufbewahren. Sie wissen nicht, woher der Schimmel kommt? Dann besser nicht mehr essen. Auch geriebenen Käse mit Schimmel komplett entsorgen. Groß­zügiges Wegschneiden reicht nur bei kleinen Schimmel­stellen auf Hartkäse wie Parmesan und Grana Padano, Emmen­taler oder reifem Gouda.

4. Aufschnitt: Woran Sie erkennen, ob Wurst schlecht geworden ist

Sind Wurst­scheiben grau oder grünlich verfärbt, haben eine schmierige Oberfläche oder riechen unangenehm, dann nicht mehr verzehren. Weißer Belag an rohem Schinken kann dagegen unbe­denk­lich sein: Es könnte sich um Salz handeln, dass durch den Trock­nungs­prozess auskristallisiert ist. Oder um eine Mischung aus Schmalz und Salz, mit der Parmaschinken einge­rieben wird, damit er nicht zu stark austrocknet.

5. Mehl und Nudeln: Prüfen Sie auf Schädlinge wie Motten

Gespinste oder Verunreinigungen in Getreide­produkten sowie verklumptes Mehl deuten auf Befall mit Schädlingen wie Lebens­mittel­motten oder Mehlkäfern hin. Dann ab in den Müll damit. Luft­dichte Behält­nisse – Kunst­stoff­dosen, Schraubgläser – halten sie und ihre Larven zuver­lässig fern. Kontrollieren Sie die Vorräte regel­mäßig und wischen Sie dabei gleich die Vorrats­schränke aus.

6. Konserven: Gewölbte oder zerbeulte Dosen müssen weg

Noch alte Konserven­dosen im Kellerregal gefunden? Sie können den Inhalt probieren, wenn die Dose nicht undicht, verrostet, zerbeult oder gewölbt ist. Dann ab in den Müll. Eine Wölbung oder Ausbeulung kann darauf hindeuten, dass der Inhalt nicht ausreichend konserviert ist und der Erreger Clostridium botulinum in der Dose gedeiht: Er bildet unter Ausschluss von Sauer­stoff gefähr­liches Nervengift.

7. Tiefgekühltes: Machen Sie den Geruchs­test

Tief­gefrorenes wie Beeren oder Aufbackbrötchen ist meist auch nach dem Mindest­halt­barkeits­datum verzehr­bar – wenn es vor dem Einfrieren hygie­nisch einwand­frei behandelt wurde und die Kühlkette nicht unterbrochen war. Nach dem Auftauen hilft Schnuppern: Riecht Aufgetautes unangenehm, dann nicht mehr essen. Helle Stellen infolge von Gefrierbrand etwa bei Fisch oder Fleisch sind kein Grund zum Entsorgen: Einfach wegschneiden.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 29.09.2022 um 07:27 Uhr
Längere Haltbarkeit von Gemüse

@Pillomeino: Es spricht nichts dagegen Salat und Gemüse in frische, feuchte Geschirrtücher zu verpacken. Wichtig ist dabei, dass das Tuch sauber, also frisch gewaschen ist. Alternativ können auch Kunststoffbehälter oder Folie verwendet werden. Folienverpackungen sollten aber offen bleiben. Braune und faulige Stellen am Salat
sofort entfernen, damit sie sich nicht ausbreiten.

Pillomeino am 28.09.2022 um 12:58 Uhr
Längere Haltbarkeit von Gemüse

Man bekommt oftmals den Tipp, im Kühlschrank den Salat und anderes Gemüse in feuchte Geschirrtücher zu wickeln, um die Frische zu verlängern.
Ist dies aus Hygiene-Gesichtspunkten sinnvoll oder besteht da die Gefahr, dass sich Bakterien bilden ?

dietrich.putzke am 21.07.2022 um 14:04 Uhr
Bananen im Kühlschrank.

Zitat. "Kühlschranktemperaturen sind nichts für Exoten wie Bananen"
Bananen werden bei etwa 13° C transportiert, damit die Reifung verzögert wird.
Als ich noch zur Schule ging (in Bremen, dem Haupteinfuhrhafen von Bananen damals), lernte ich anlässlich eines Besuchs bei Scipio&Fischer (1x1) den Wert von 8°. Wahrscheinlich waren die Züchter fleissig, um die Temperaturen energiesparend auf 13 ° zu erhöhen.
Man sollte mal die Temperaturen im Kühlschrank kontrollieren.
Ich habe auf jeder Etage ein Anklebethermometer.
Von fast 0° in der unteren Schublade steigt die Temperatur in meinem Kühlschrank auf 13° in Höhe der oberen Ablage.
Dorthin kommen bei mir Bananen, wenn ich befürchte, dass sie, z.B. wegen der eingekauften Menge, nicht schnell genug verbraucht werden.
Bananen richtig lagern: Dos and Don’ts für längere Frische :
https://www.dole.com/de-de/blog/nutrition/storing-bananas-correctly-dos-and-donts

Gelöschter Nutzer am 14.09.2011 um 16:50 Uhr
Notfallvorsorge

Mit Konserven (Vollkonserven!!!) kann man sich hervorragend einen Notvorrat im Keller einrichten. Dosengerichte und Dosenobst ist im Discounter regelmäßig für weniger als €1 pro Dose erhältlich. Eine Bevorratung ist somit sehr günstig möglich. Vollkonserven sind unbegrenzt - das heißt auch über Jahrzehnte haltbar. Über die Zeit kann man sich so einen günstigen Jahresvorrat anlegen und braucht dafür nicht mehr Platz, als jeder übliche Mietkeller hergibt. In Zeiten hoher Inflation, bei Unruhen, Wirtschaftskrisen oder bei Arbeitslosigkeit kann man dann kostenlos auf seinen Vorrat zugreifen. Nicht das Trinkwasser vergessen! Kurzzeitvorrat über Wasserkanister und längerfristig über eine gute handbetriebene Filterpumpe (unter €100 von vielen Herstellern, siehe Outdoorbedarf) an Bächen und Flüssen in der Umgebung (ohne solche Wasserquellen in der Nähe wird es jedoch schnell kritisch).