Bewerbung als Gast­familie: Das Jugend­amt prüft die Eignung

Für die Aufnahme eines minderjäh­rigen Flücht­lings in eine Pflegefamilie gelten die gleichen Richt­linien wie für die reguläre Aufnahme von Kindern oder Jugend­lichen in Voll­zeit­pflege. Grund­sätzlich gibt es keine Ausschluss­kriterien. Eine spezielle Ausbildung oder Sprach­kennt­nisse sind nicht gefordert. Das Jugend­amt verlangt:

  • Vorlage eines erweiterten polizei­lichen Führungs­zeug­nisses.
  • Gesund­heits­attest aller erwachsenen Pflege­personen.
  • Idealer­weise ein eigenes Zimmer von mindestens neun Quadrat­metern für den neuen Mitbewohner.
  • Einverständnis der Familien­mitglieder.
  • Teil­nahme an Info­ver­anstaltungen und Schu­lungen, die je nach Amt unterschiedlich intensiv gestaltet sind.
  • Teil­nahme an einem mehr­stufigen Eignungs­verfahren.
  • Bereitschaft zur kontinuierlichen Zusammen­arbeit mit dem Jugend­amt, mit dem recht­lichen Vormund des Flücht­lings (Interview) und Institutionen wie Schule oder Ausländerbehörde während der Dauer der Hilfe – in der Regel bis zum 18. Geburts­tag.
  • Vorteilhaft sind berufliche oder private Erfahrungen mit Jugend­lichen.
  • Ausreichend Zeit füreinander.
  • Offenheit und Sensibilität für Erfahrungen aus anderen Kulturen und die Bereitschaft, sich mit unge­wohnten Verhaltens­weisen auseinander­zusetzen.
  • Das Bundes­familien­ministerium empfiehlt interes­sierten Gast­familien auch, sich die Frage zu stellen, ob sie es aushalten, mit Rassismus und Diskriminierung konfrontiert zu werden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 47 Nutzer finden das hilfreich.