Milzbrand Meldung

Seit den Terroranschlägen mit Milzbrand-Bakterien in den USA geht die Angst vor Biowaffen um. Die Weltgesundheitsorganisation warnt jedoch vor Panik. Wenn das öffentliche Gesundheitssystem funktioniere, lasse sich Milzbrand relativ gut therapieren. Beim Hautmilzbrand dringen Erreger durch Hautverletzungen in den Körper. Auslöser für Lungenmilzbrand sind erreger- oder sporenhaltige Stäube und Nebel, die eingeatmet werden. Eine Mahlzeit mit kontaminiertem Fleisch kann Darmmilzbrand auslösen.

Welche Symptome treten auf?

Beim Hautmilzbrand entwickeln sich aus geröteten und verdickten HautstellenGeschwüre mit schwarzer Mitte. Hohes Fieber, Kreislaufstörungen folgen. Ohne Therapie enden bis zu 20 Prozent der Hautmilzbrandfälle tödlich. Lungenmilzbrand kündigt sich mit Erkältungssymptomen an. Zwei bis vier Tage später kommt es zu einer Blutvergiftung, Kurzatmigkeit und Atemnot. Meist wird die Krankheit zu spät erkannt und verläuft dann tödlich. Das ist auch bei Darmmilzbrand der Fall, bei dem Patienten unter Bauchschmerzen, Blähungen und blutigem Stuhl leiden.

Wie wird die Krankheit behandelt?

Bei Hautmilzbrand ist Penicillin das Mittel der Wahl. Bei Lungen- oder Darmmilzbrand werden die Antibiotika Ciprofloxazin und Doxycyclin empfohlen. Die Heilungschancen sind nur dann gut, wenn die Therapie vor Auftritt der ersten Symp-tome beginnt.

Eine Impfung ist prinzipiell möglich. In Deutschland sind jedoch ­ anders als in den USA ­ keine Impfstoffe gegen Milzbrand zugelassen oder kurzfristig verfügbar. Sie haben zu viele Nebenwirkungen.

Ist mit Arznei vorzubeugen?

Es gibt keinen vorbeugenden medikamentösen Schutz. Antibiotika sollten nicht prophylaktisch eingenommen werden. Denn so erhöht sich die Gefahr, dass sich Resistenzen bilden und das Medikament bei ernsthaften Infekten nicht mehr wirkt. Patienten dürfen Penicillin nur bei Nachweis der Infektion nehmen.

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