Durch die verspätete Auszahlung von gesetzlichen Renten haben Banken und Sparkassen nach einer Schätzung des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) und der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) im vorigen Jahr Zinserträge in Höhe von rund 10 Millionen Euro erwirtschaftet.

Nutzung für Übernacht-Anlagen

Nach Angaben des VDR und der BfA werden nur etwa 45 Prozent der Rentenüberweisungen am gleichen Tag auf die Konten der Rentner überwiesen. 55 Prozent der Rentenzahlungen werden danach erst einen Tag später an die Begünstigten weitergegeben. Sie könnten daher von den Geldinstituten für gewinnbringende Übernacht-Anlagen genutzt werden.

Vor allem Sparkassen betroffen

Vor allem Sparkassen ließen sich mit der Überweisung zu viel Zeit, so VDR und BfA in einer Stellungnahme für den Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages. Der Ausschuss hat den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) aufgefordert, bis zum 1. August einen Bericht darüber vorzulegen, in welchen Filialen die Rentenzahlungen erst einen Tag später überwiesen werden. Die Banken sind verpflichtet, die bei ihnen eingehenden Renten taggleich auf den Konten der Rentner wertzustellen. Der DSGV räumt zwar ein, dass bestimmte Filialen die Renten womöglich nicht taggleich auf das Konto der Berechtigten überweisen. Dies seien jedoch „Einzelfälle“.

Tipps

  • Beschwerde. Beschweren Sie sich schriftlich bei Ihrer Bank, wenn diese die Rente verspätet überweist. Verweisen Sie dabei auf das Urteil des Bundesgerichtshofs, wonach diese Praxis nicht rechtens ist (Az. XI ZR 208/96).
  • Zinskorrektur. Wenn Ihnen durch die verspätete Gutschrift zusätzliche Überziehungszinsen berechnet wurden, bestehen Sie auf Korrektur der Zinsberechnung. Tipps und weitere Einzelheiten dazu im Infodokument.

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