Mikrowellen­geräte mit Grill Test

Für die Mikrowelle gibt es viele Fertiggerichte. Sharp hat unterm Dreh­­teller einen Extragrill. So wird das Essen schön knusprig.

Ob sie den Backofen ersetzen oder doch nur zum Auftauen, Garen und Erwärmen taugen, haben wir an 14 Geräten getestet.

Kennen Sie das auch? Pappige Brötchen oder Pizza aus der Mikrowelle? Und das trotz eingebautem Grill? Dabei soll er die Speisen doch braun und knusprig machen. Um herauszufinden, was Mikrowellengeräte mit Grill tatsächlich können, haben wir 14 Geräte zwischen 60 und 450 Euro getestet, Speisen aufgetaut und gegart, Tiefkühlpizza zubereitet und Brötchen aufgebacken.

Auftauen und Garen können alle Fabrikate vernünftig. Enorme Unterschiede zeigen sich jedoch beim Anschaffungspreis, der Ausstattung und Bedienbarkeit sowie der Mikrowellenverteilung und Grillfunktion. „Sehr gute“ bis „ausreichende“ Ergebnisse gab es zum Beispiel bei der Verteilung der Mikrowellen. Eine nicht gleichmäßig verteilte Strahlung kann dazu führen, dass die Mahlzeit auf der einen Seite heiß, auf der anderen Seite aber noch kalt ist.

Extragrill für Knusprigkeit

Mikrowellen­geräte mit Grill Test

Obwohl alle Geräte im Test über einen Grill verfügen, schaffen es trotzdem nicht alle, krosse Brötchen oder eine knusprige Tiefkühlpizza zuzubereiten. Nur fünf eignen sich laut Gebrauchsanleitung für das Zubereiten von Pizza, nur drei für das Aufbacken von Brötchen. Sie bringen auch wirklich „gute“ Brötchen zustande. Doch nur vier der fünf „Pizza-Modelle“ machten im Praxistest eine „gute“ Pizza. Ausgerechnet das teuerste Gerät im Test, die DeLonghi für 450 Euro, bekommt die Pizza nur „befriedigend“ hin. Und das Brötchenaufbacken erwähnt die DeLonghi-Anleitung erst gar nicht.

Die drei Geräte mit dem Ergebnis „gut“ bei Pizza und Brötchen sind neben dem eigentlichen Grill noch mit einer Zusatzgrillfunktion ausgestattet. Bei Whirlpool verhilft ein Bräunungsteller mit dazugehöriger Crisp-Funktionstaste zu einem krossen Pizzaboden. Sharp hat ein zusätzliches Grillelement unter dem Metall-Drehteller. Beides sorgt für Bräunung und Knusprigkeit. Samsung trumpft mit einem „Powergrill“ für Backwaren auf. Von der Seite klappen zusätzliche Grillelemente in den Garraum. Nur Panasonic gelingt die Pizza auch ohne eine besondere, zusätzliche Vorrichtung „gut“.

Ein wirklicher Grilleffekt gelingt demnach hauptsächlich mit einer Doppelgrillausstattung. Die Mikrowellengeräte mit einfachem Grill eignen sich zum Auftauen, Garen und Erwärmen und liefern höchstens eine leichte Bräunung oben auf dem Gericht. Das zeigte sich im Test, als wir in allen Geräten unter anderem ein genormtes Gericht für die schnelle Welle, ein Grillhähnchen, und ein typisches Fertiggericht, eine Tiefkühl-Lasagne, zubereiteten. Bei allen wurden die Speisen gar und leicht gebräunt.

Schnell satt

Wer sich für eine Mikrowelle entscheidet, dem geht es vor allem darum, das Essen schnell zubereiten zu können. Umso unverständlicher, dass manche Hersteller in den Gebrauchsanleitungen kaum Angaben zur Zubereitung der Gerichte machen. Die Folge: Es dauert doch länger als erwartet, weil erst einmal ausprobiert werden muss, wie das Gericht am besten gelingt. Zum Teil starteten die Prüfer drei Versuche, um eine passable Lasagne hinzubekommen, weil Informationen zur Zubereitung fehlten. Von einem schnellen Abendessen kann da keine Rede sein.

Clatronic treibt es auf die Spitze, seine Anleitung enthält keinerlei Angaben zur Zubereitung irgendeines Gerichts: Note „mangelhaft“ für die Gebrauchsanleitung. Dass es viel besser geht, zeigen Quelle, Bosch, Samsung und Whirlpool. Ihre Gebrauchsanleitungen sind „sehr gut“. Sie liefern teilweise ausführliche und ansprechend gestaltete Kochbücher.

Vielseitigkeit hat ihren Preis

Alle fünf Geräte im Test, die sich laut Anleitung auch für Pizza und/oder Brötchen eignen, sind komfortable Mikrowellengeräte mit digitalem Display, Automatikprogrammen und diverser Sonderausstattung. Das hat seinen Preis: 158 bis 450 Euro. Die anderen neun sind einfache Mikrowellen-Grill-Kombigeräte mit analogen Drehknöpfen zum Einstellen von Zeit und Leistung. Sie haben keine Automatikprogramme und sind bis auf Bosch (305 Euro) deutlich preiswerter: 58 bis 84 Euro. Eine knusprige Pizza oder leckere Brötchen bekommt man mit ihnen aber nicht hin. Außerdem zeigen sich bei ihnen große Unterschiede bei der Zeitskalierung und -genauigkeit. Alaska und Continent bieten als kleinste Zeiteinteilung fünf Minuten an. Wer zum Beispiel nur ein Glas Milch 30 Sekunden lang erwärmen will, kann diese Zeit nicht genau einstellen.

Vorsicht, Stromfresser!

Die digitalen Displays zeigen im Ruhezustand die Uhrzeit an. Für diesen „Luxus“ verbrauchen die Geräte Strom, auch ohne eingeschaltet zu sein. Der Stand-by-Verbrauch beträgt 0,9 bis 4,1 Watt. Lässt man die Tür offen, steigt der Energieverbrauch sogar auf bis zu 28 Watt. Denn sobald die Tür auf ist, geht das Licht im Garraum an. Nur bei Whirpool und DeLonghi schaltet es sich bei offener Tür nach 10 oder 30 Minuten automatisch ab. Sharp hat einen Energiesparmodus, der es erlaubt, das Display im Ruhezustand auszuschalten.

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