Mikrowellen Kombis Test

Pizza, Kuchen, Hähnchen schnell und energiesparend zube­reiten – das versprechen Mi­krowellen, die auch Grill und Heißluft bieten. Die Samsung konnte es am besten.

Die „schnelle Welle“ kann Speisen auftauen, aufwärmen und garen. Vor allem bei der Zubereitung tiefgekühlter Lebensmittel spielt die Mikrowelle ihre Vorteile – Zeit- und Energieeinsparung – aus. Für alle, die das Gargut auch bräunen, auf- oder überbacken wollen, gibt es Kombigeräte, die neben der Mikrowelle auch über eine Grill- und Heißluftfunktion verfügen.

Jede der 16 Kombi-Mikrowellen im Test, die zwischen knapp 100 und 650 Euro kosten, hat einen Grill und mit Ausnahme von DeLonghi und Bomann auch Heißluft. Die beiden bieten stattdessen die Möglichkeit, mit Dampf zu garen. Noch vielseitiger ist das teurere der beiden geprüften Panasonic-Geräte, das für 645 Euro sogar Grill, Heißluft und Dampfgaren bietet. Wir haben sowohl die Einzelfunktionen, also Mikrowelle, Grill, Heißluft und Dampfgaren, mit verschiedenen Speisen geprüft als auch die Kombifunktionen wie Mikrowelle plus Grill. Damit lassen sich zum Beispiel Lasagne zubereiten und Brötchen aufbacken, bei denen es auf Bräunung und Knusprigkeit ankommt. Aber nicht immer können alle Funktionen miteinander kombiniert werden.

Dampfgegarte Kartoffeln

Mikrowellen Kombis Test

Das Dampfgaren von Kartoffeln gelang mit der DeLonghi am besten (siehe Text Zubehör), ebenso ein Menü bestehend aus Kartoffeln, Brokkoli und Lachs – und zwar in einem speziellen Topf. Nur auf die Garzeiten, die DeLonghi empfiehlt, kann man sich nicht verlassen: Sie sind zu kurz.

Außen knusprig, innen aber nicht gar

Mikrowellen Kombis Test

Vom Auftauen bis zum Backen bieten die Geräte für alle möglichen Anwendungen Automatikprogramme an. Das ist bequem, weil der Benutzer nicht jedes Mal überlegen muss, welche Zeit und welche Leistung er zum Beispiel bei den Brötchen, beim Grillhähnchen oder bei der Pizza einstellen muss. Einfach Programm auswählen, Gewicht eingeben und starten, alles andere geht automatisch.

Einfach ist das, aber nicht immer erfolgreich. Zum Beispiel war das Hähnchen im Automatikprogramm der Panasonic-Geräte außen zwar knusprig, aber im Innern noch nicht gar. Das Ergebnis wurde deutlich besser, als wir Zeit und Leistung manuell einstellten. Auch bei Lasagne und Kuchen traf die Automatik des Panasonic-NN-CS596S nicht den richtigen Garpunkt, und beim Auftauen von 500 Gramm Hackfleisch war das Ergebnis bei manueller Einstellung ebenfalls besser. Damit haben sich gleich vier Automatikprogramme dieser Kombi-Mikrowelle von Panasonic als unzuverlässig erwiesen.

Aber auch bei einigen anderen Geräten gelingen Hähnchen, Kuchen und Pizza besser, wenn man sich nicht auf die Automatik verlässt, sondern die Garzeit nach Rezept, Erfahrung und Sichtkontrolle manuell steuert. Der beleuchtete Garraum lässt sich meist durch ein Sichtfenster gut beobachten. Verspiegelte Fronten – wie bei AFK, Bomann, Clatronic und Quelle Privileg – verschlechtern jedoch die Sicht auf das Gargut, und beim Germatic-Gerät ist die Tür sogar völlig undurchsichtig.

Testsieger bei Handhabung „sehr gut“

Die Bedienelemente älterer Mikrowellen beschränken sich oft auf zwei Drehknöpfe. An einem wird die Leistung vorgewählt, am anderen die Laufzeit. Bei den modernen Kombigeräten vervielfacht sich die Zahl der Einstellmöglichkeiten. Bei den geprüften Geräten gibt es allein bis zu 25 verschiedene Automatikprogramme. Griffige Bedienelemente und eine klare Beschriftung der Schalterblende können helfen, dass sich das Gerät dennoch einfach bedienen lässt. Mit „sehr gut“ beurteilten unsere Prüf­per­so­nen die Handhabung des Testsiegers Samsung. Eine Besonderheit ist die lichtge­führte Bedienung, die Schritt für Schritt durch die Programmauswahl leitet. Eine ordentliche Gebrauchsanleitung, umfangreiche Garempfehlungen und Rezepte runden den positiven Eindruck ab. Weitere Modelle mit displaygeführter Einstellung sind LG, Panasonic und Sharp. Bei Daewoo und Severin sind die Tasten zu klein und unklar beschriftet, es gibt weder Garempfehlungen noch Rezepte. Die Candy-Gebrauchsanleitung ist nur „ausreichend“.

Vorteil Mikrowelle für kleine Mengen

Um beispielsweise nur eine Tasse Milch zu erwärmen, wäre die Startprozedur mit der Programmeinstellung ziemlich aufwendig. Deshalb verfügen alle Modelle außer den beiden Panasonic und dem Bomann über ein Kurzprogramm mit Schnellstart. Tasse reinstellen, Tür schließen, Knopf drücken und schon beginnt das spezielle Programm mit maximaler Leistung und Zeitbegrenzung auf 30 Sekunden bis 2 Minuten. Natürlich kann man eine Tasse Milch auch im Topf auf dem Herd erwärmen. Die Mikrowelle ist damit jedoch schon fertig, bevor die Kochplatte aufgeheizt ist. Je kleiner die Menge, die zubereitet werden soll, desto günstiger schneidet die Mikrowelle im Vergleich zu anderen Garmethoden ab. Vorgekochtes kann in der Mikrowelle gleich auf dem Teller aufgewärmt werden. Das geht nicht nur schneller, es muss auch kein Topf abgewaschen werden.

Mikrowelle braucht nur halb so lange

Wir haben den Zeitbedarf für die Zubereitung einer Pizza, einer Lasagne und eines Hähnchens nicht nur bei allen Mikrowellengeräten, sondern auch mit dem eines Backofens verglichen. Der Küchenherd legte folgende Werte vor: bei der Pizza 29 Minuten, bei der Lasagne 40 und beim Hähnchen 70 Minuten. Mikrowellen-Testsieger Samsung brauchte jeweils nur etwa halb so lange: für die Pizza 11 Minuten, für die Lasagne 20 und für den Broiler 35 Minuten. Allerdings fällt auf, dass der Zeitbedarf bei den einzelnen Mikrowellen doch sehr unterschiedlich ist. Trotzdem hat die Bratröhre noch lange nicht ausgedient. Bei größeren Zubereitungsmengen, egal ob Festtagsbraten oder Weihnachtsbäckerei, spielt der Backofen die Vorteile des deutlich größeren Garraums aus. Auch eine Zeit- und Energieeinsparung bietet die Mikrowelle bei einer solchen Nutzung nicht mehr.

Innen und außen reinigen

Weil die Innenwände des Garraums im Mikrowellenbetrieb kaum heiß werden, entstehen dort auch nur geringe Anschmutzungen. Der Kombibetrieb, insbesondere das Grillen von Hähnchen, führt jedoch zu einer erheblichen Verschmutzung des Garraums, die nur schwer zu entfernen ist.

Einige Kombi-Mikrowellengeräte im Test verfügen über spezielle Ausstattungen, die die Reinigung erleichtern sollen: zum Beispiel Bräunungs­teller mit Antihaftbeschichtung bei DeLonghi, bei Panasonic NN-CD, Samsung und Whirlpool; eine Garraumrückwand mit katalytischer Reini­gungs­hilfe bei den beiden Panasonic-Geräten und bei Whirlpool, eine abgedeckte beziehungsweise zur Reini­gung abklappba­re Grillwendel bei Neckermann und Samsung oder ein spezielles Dampfreinigungsprogramm, das im Samsung-Gerät den Fettschmutz zur leichteren Entfernung einweicht.

Der in Profiküchen heute übliche Edelstahl-Look taucht immer häufiger auch bei Haushaltsgeräten auf, so auch bei den geprüften Mikrowellen. Das führt zu einem höheren Aufwand, den äußeren Glanz zu erhalten, als beispielsweise bei Gehäusen, die weiß lackiert sind.

Auch alte Geräte halten dicht

Die Gerätegehäuse müssen besonders an der Türöffnung so gestaltet sein, dass keine Mikrowellen austreten können. Der Grenzwert für die Leckrate liegt bei 5 Milliwatt pro Quadratzentimeter in einem Abstand von fünf Zentimetern. Die meisten Fabrikate erreichten Werte zwischen 0,1 und 0,9 Milliwatt. Selbst „Ausreißer“ Bomann blieb mit 1,5 Milliwatt, gemessen an einem Punkt der unteren Türkante, weit unter dem Grenzwert. In einer früheren Untersuchung fanden wir heraus, dass auch alte Gehäuse dicht sind, solange nicht grobe Beschädigungen, etwa am Türverschluss oder den Scharnieren, erkennbar sind.

Candy verpasste die Note „gut“ in der Sicherheit, weil die Glastür beim Grillen heißer wird als bei den anderen Modellen. Eine Verbrennungsgefahr besteht beim kurzen Berühren aber nicht.

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