Mikroalgen Unheil aus der Tiefe

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„Gehirnnahrung“, „Superlebensmittel“, „biologische Entgiftung“: Manche Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln aus Afa-Algen versprechen viel. Sie sollen gegen Herpes, Grippe, Windpocken und sogar Krebs, Alzheimer und bei dem Hyperaktivitäts-Syndrom helfen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt jedoch: Nahrungsergänzungsmittel aus Afa-Algen können keine medizinische Therapie ersetzen. In Deutschland ist kein einziges Afa-Algen-Produkt als Arzneimittel zugelassen. Die blaugrünen Ur-Algen gehören zu den Cyanobakterien. Bestimmte Stämme dieser Bakterienart bilden Gifte, die das Nervensystem angreifen und schädigen können. Durch die Verunreinigung mit anderen Cyanobakterien können auch Stoffe entstehen, die die Leber angreifen. Schon mit zwei Gramm Afa-Algen sei, so das Bundesinstitut, die unbedenkliche Tagesmenge überschritten. Da Nahrungsergänzungsmittel gewöhnlich über eine längere Zeit hinweg genommen werden, ist eine Gesundheitsgefährdung nicht auszuschließen. test rät: Vorsicht bei Afa-Algen, auch wenn diese, anders als die großblättrigen Makroalgen, keine kritischen Jodmengen enthalten.

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