Tipps - Leben mit Migräne

Die biologischen Ursachen der Migräne im Gehirn lassen sich nicht beseitigen. Aber mit einer Kombination geeigneter Therapien lassen sich die Anfälle in Schach halten, sodass sie seltener auftreten, kürzer und weniger schmerzhaft verlaufen.

  • Verhalten anpassen. Das ist die Grundlage der Behandlung. Ein regelmäßiger Tages- und Lebensrhythmus stabilisiert die Hirnaktivität. Tägliche Entspannungsübungen und leichter Ausdauersport tragen dazu bei, Stress im Alltag abzubauen. Persönliche Auslöser oder Situationen, die die Migräne verstärken, wie zum Beispiel unregelmäßige Mahlzeiten, Hektik, Alkohol oder kritische Nahrungsmittel sollten vermieden werden.
  • Schmerzen lindern. Bei einer leichten Migräneattacke helfen einfache rezeptfreie Schmerzmittel. Am schnellsten wirken sie in flüssiger Form. Es gibt sie zum Beispiel als Brausetabletten oder Brausegranulat.
  • Anfall stoppen. Bei einem mittelschweren bis schweren Migräneanfall wirken Triptane am besten, wenn eine Behandlung mit Schmerzmitteln nicht ausreicht. Rezeptfrei gibt es die relativ niedrig dosierten Präparate Dolortriptan und Formigran, alle anderen Triptane müssen vom Arzt verordnet werden. Weitere Informationen zu den Präparaten finden sie in der Datenbank Medikamente im Test.
  • Höchstens zehn Tage. Triptane und Schmerzmittel sollten generell nicht öfter als zehnmal im Monat angewendet werden. Wenn Schmerzmittel häufiger eingenommen werden, können sie einen Dauerkopfschmerz erzeugen.
  • Übelkeit verhindern. Das können rezeptpflichtige Medikamente mit den Wirkstoffen Domperidon oder Metoclopramid. Sie sollten etwa 15 Minuten vor einem Schmerzmittel eingenommen werden.
  • Attacken vorbeugen. Wenn es monatlich mehr als drei schwere, lang anhaltende Attacken oder sieben Migränetage gibt, können Betablocker (Wirkstoffe: Metoprolol, Propranolol) zum Vorbeugen eingesetzt werden. Die rezeptpflichtigen Mittel verlangsamen die Herztätigkeit.
  • Erfahrungen austauschen. Wer sich mit Leidensgenossen austauschen will, kann das zum Beispiel im sozialen Netzwerk Headbook. Für das moderierte Forum müssen sich Teilnehmer registrieren, das geht auch anonym. Kontakt zu regionalen Selbsthilfegruppen ermöglicht die Migräneliga Deutschland.
  • Bundesweites Behandlungsnetz. Kopfschmerzspezialisten vor Ort finden Sie unter anderem auf der Internetseite der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft oder über das Internetangebot der Schmerzklinik Kiel.

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