Vermietern ist es erlaubt, mit niedrigen Mieten zu werben. 15 Monate nach Vertragsschluss dürfen sie die Miete dann anheben.

Kein Verlass auf die Miete: Auf die beim Einzug vereinbarte Miete können Mieter sich nicht immer verlassen. Der Vermieter darf sie schon nach 15 Monaten erhöhen, auch wenn sich die ortsübliche Vergleichsmiete gar nicht verändert hat, entschied der Bundesgerichtshof (Az. VIII ZR 303/06). Im vorliegenden Fall war eine Wohnung zu einem Quadratmeterpreis angeboten worden, der rund 60 Cent unter dem Ortsüblichen lag. Ein Jahr nach dem Einzug wollte der Vermieter 26 Cent mehr, obwohl die Vergleichsmiete sich nicht verändert hatte.

Mieterschutz reicht: Der Mieter hielt das Ganze für ein Lockangebot, nicht aber die Richter: Für den Mieterschutz reichten die Gesetze aus, wonach zwischen zwei Erhöhungen mindestens zwölf Monate vergehen müssen plus drei Monate Bedenkzeit für den Mieter. Außerdem darf die Miete in drei Jahren höchstens 20 Prozent steigen. Vermietern eröffnet sich damit die Möglichkeit, Interessenten mit einer niedrigen Einstiegsmiete zu ködern, die sie später auf das ortsübliche Niveau anheben.

Ähnlich bei den Nebenkosten: Schon vor drei Jahren entschied der Bundesgerichtshof, dass Vermieter auch die Vorauszahlungen sehr niedrig ansetzen dürfen (Az. VIII ZR 195/03). Für Mieter auf Wohnungssuche wird es damit schwierig, den Preis auf lange Sicht zuverlässig abzuschätzen. „Interessenten sollten nach Möglichkeit die Vormieter oder andere Hausbewohner fragen, inwieweit die Vorauszahlungen realistisch sind“, rät Jurist Hermann-Josef Wüstefeld vom Deutschen Mieterbund.

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