Mietwagen im Ausland Meldung

So schön es sich unter den Palmen fährt, ein Unfall kann über­all passieren.

Wer im Ausland einen Mietwagen nimmt, sollte auf ausreichenden Haft­pflicht­schutz achten. Sonst drohen teure Folgen. Wer einen schweren Unfall baut, zahlt schnell Hundert­tausende Euro. Doch in vielen Ländern zahlt die Mietwagen-Haft­pflicht nur einen Bruch­teil davon. Der Rest bleibt am Urlauber selbst hängen. In vielen Fällen gibt die „Mallorca-Police“ Schutz. Sie gilt aber nicht über­all.

Trügerische Sicherheit

Es klingt verheißungs­voll. „Alle Wagen haben die best­mögliche Versicherung“, verspricht Auto­verleiher Eric aus Pattaya im Internet. Beulen und Kratzer würden „locker zu Thai-Preisen“ ausgebessert, das koste meist nur 100 Euro Selbst­beteiligung, ein Totalschaden maximal das Doppelte. Also einsteigen und losfahren? Besser nicht. Die Voll­kasko suggeriert zwar höchste Sicherheit. Im schlimmsten Fall zahlen Urlauber nur die Selbst­beteiligung, wenn der Wagen Schrott ist. Aber die Kasko ist nicht das Wichtigste. Viel schlimmer ist es, wenn der Reisende im chaotischen Verkehr Bangkoks einen Unfall baut. Dann bietet Erics Versicherung zwar mehr als viele: bei Sach­schäden 112 000 Euro. Aber das ist das Limit. Liegt der Schaden darüber, muss der Urlauber alles Weitere selbst aufbringen. Das kann die Existenz kosten.

Höhe der Haft­pflicht­deckung klären

Vor dem Einsteigen ist daher vor allem die Höhe der Haft­pflicht­deckung zu klären. In Deutsch­land gelten mindestens 7,5 Millionen Euro für Personen-, 1,12 Millionen Euro für Sach­schäden. Viele Versicherer bieten sogar pauschal 100 Millionen Euro. In der EU wurden die Mindest­deckungs­summen größ­tenteils angepasst, sodass Mietwagenfahrer gut geschützt sind. Außer­halb der EU ist das Niveau hingegen oft nied­riger. In einigen US-Bundes­staaten liegen die Deckungs­summen sogar bei nur 5 000 oder 10 000 Dollar. Reisende sollten diese Beträge unbe­dingt aufstocken.

Den Schutz aufstocken

Inner­halb Europas geht das mit der „Mallorca-Police“. Sie gewährt zusätzlichen Haft­pflicht­schutz für Mietwagen im Ausland. Wer in Deutsch­land einen Pkw versichert hat, hat diesen Schutz häufig in seinem Tarif. Das sollte er prüfen. Die Konditionen variieren jedoch auch je nach Anbieter. Viele Gesell­schaften bieten die deutsche gesetzliche Mindest­deckung, einige gehen noch darüber hinaus, wenn auch für den hiesigen Pkw höhere Summen gelten. Manche Versicherer gewähren Schutz nur für Reisen bis sechs Wochen, andere bis drei Monate oder auch länger.

Mallorca-Police gilt nicht über­all

Das Problem ist aber: Die Mallorca-Police gilt in aller Regel nur inner­halb der geografischen Grenzen Europas sowie in Gebieten, die zur EU gehören. Beliebte Urlaubs­ziele, etwa an der türkischen Riviera, bleiben damit außen vor.

Tipp: Wer kein eigenes Auto hat, kann zum Beispiel beim ADAC ab 18,50 Euro eine Mallorca-Police für Europa und die Mittel­meer­anrainer­staaten erwerben (gilt maximal 29 Tage). Sie umfasst auch den asiatischen Teil der Türkei. Die Deckungs­summe beträgt 10 Millionen Euro pauschal für Sach- und Personenschäden. Für Fernreisen gibt die Traveller-Police ab 43,50 Euro welt­weit Schutz bis 500 000 Euro. Beide Policen erhalten auch Nicht­mitglieder. Alternative: Urlauber buchen den Mietwagen schon von Deutsch­land aus. Über viele Internetportale wie etwa billiger-mietwagen.de gibt es die Möglich­keit, die Haft­pflicht­versicherungs­summe gleich deutlich aufzusto­cken.

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