So fühlt sich der Reisende sicher: Er bucht einen Mietwagen mit Voll­kasko­versicherung ohne Selbst­beteiligung. Verursacht er eine Beule am Miet­auto, springt sie ein. Beschädigen Unbe­kannte das Auto, kommt sie für die finanziellen Konsequenzen des Vandalismus ebenfalls auf. Eines allerdings ist anders, als es Kunden von ihrer Voll­kasko­versicherung am eigenen Auto kennen: die Regulierung des Schadens. test.de sagt, worauf Kunden achten sollten.

Drei Vertrags­partner

Bucht der Nutzer über ein Vergleichs­portal ein Auto, hat er nicht nur einen, sondern gleich drei Vertrags­partner: erstens das Vergleichs­portal selbst, bei dem er sich ein passendes, güns­tiges Angebot gesucht hat; zweitens den Vermittler, an den ihn das Portal fast immer weiterreicht; und drittens den Auto­vermieter vor Ort. Vergleichs­portale wie Billiger-Mietwagen, Check24 oder Mietwagen-Check arbeiten mit Vermitt­lern wie Sunnycars, Auto­europe oder CarDelMar zusammen. Sie haben keine eigene Fahr­zeugflotte, sondern buchen Wagen­kontingente bei großen Vermietern im Urlaubs­land. So können sie güns­tige Preise aushandeln. CarDelMar und Co vermitteln den Kunden dann an den Vermieter vor Ort. Bei ihm holt er das Auto ab, mit ihm schließt er auch den Miet­vertrag.

Das Geld vom Vermittler zurück­holen

Bei einem Schaden am Auto fällt beim Auto­vermieter vor Ort jedoch eine Selbst­beteiligung an. Hat der Kunde einen Unfall selbst verschuldet, muss er die anfallenden Reparatur­kosten bis zur Höhe der Selbst­beteiligung vorstre­cken. Wieder zu Hause, holt er sich sein Geld vom Mietwagen­vermittler zurück. „Meist gibt es keine Probleme mit der Rück­erstattung“, versichert Dominik Faber vom Vergleichs­portal Check24. „Kunden sollten den Schaden aber gut dokumentieren und wichtige Belege aufheben.“

Unfall­beweise sammeln

Besonders wichtig als Beweise sind: Fotos vom Schaden, der Auto­miet­vertrag, der Zahlungs­nach­weis der Selbst­beteiligung sowie der Schadens- und Polizei­bericht.

Tipp: Manchmal weigert sich die Polizei bei kleinen Schäden zum Unfall­ort zu kommen. Fahren Sie mit Ihrem Miet­auto dann selbst zur Polizei­station. Lassen Sie den Unfall aufnehmen und einen Schadens­bericht erstellen. Manchmal gilt eine Frist von 24 Stunden nach dem Unfall. Lesen Sie im Vertrag nach, ob und wann Sie den Schaden beim Vermieter vor Ort melden müssen.

In die AGB des Vermitt­lers schauen

Einige Vermittler haben auch Extrawünsche: Sie möchten etwa einen Kosten­vor­anschlag oder eine Rechnung der Reparatur sehen. Genaueres steht in den allgemeinen Geschäfts­bedingungen des Vermitt­lers. Dort steht auch, inner­halb welcher Frist die Belege einzureichen sind.

Buchung über Vergleichs­portale

Mietwagen Special

Kunden, die über ein Vergleichs­portal buchen, haben fast immer mit drei Vertrags­part­nern zu tun.

Er erstattet nicht alles

Der Vermittler zahlt meist nicht für Folge­kosten, die Kunden nach einem selbst­verschuldeten Unfall entstehen können, wie etwa für eine Über­nachtung oder Taxi­fahrt. Handelt der Fahrer grob fahr­lässig, zahlt der Vermittler ebenfalls nicht: etwa, wenn er am Hang ohne angezogene Hand­bremse geparkt oder das Auto falsch betankt hat oder betrunken gefahren ist. Für den Fall, dass Kunden Schwierig­keiten mit dem Vermittler haben, versprechen die Vergleichs­portale Unterstüt­zung: „Wir haben sechs Mitarbeiter, die unseren Kunden ausschließ­lich bei Schadens- und Reklamations­fällen weiterhelfen“, sagt Frieder Bechtel von Billiger-Mietwagen. Das Mietwagen-Vergleichs­portal schnitt im Maiheft im Test sehr gut ab, ebenso Check24.

Tipp: Nutzen Sie die Zusatz­informationen der Vergleichs­portale. Lesen Sie in den Mietbedingungen nach, wie hoch die Selbst­beteiligung ist, die Sie vorschießen müssen. Prüfen Sie auch, wie ehemalige Kunden den Vermieter vor Ort bewertet haben – und meiden Sie Vermieter mit weniger als vier von fünf möglichen Sternen.

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