Mietrecht Meldung

Maßarbeit. Für die Wohnungs­größe zählt jeder Zenti­meter.

Balkone, Terrassen und Wintergärten gehen nur zu einem Viertel in die Flächenbe­rechnung einer Wohnung ein. Das hat das Land­gericht Berlin entschieden (Az. 18 S 308/13).

10 Quadrat­meter zu viel

Geklagt hatte ein Mieter aus dem Berliner Bezirk Wedding, der eine Miet­erhöhung für über­zogen hielt und die im Miet­vertrag angegebene Wohnungs­größe von 94,5 Quadrat­metern anzweifelte. Nach einem vom Gericht beauftragten Sach­verständigen­gut­achten fiel die mit zwei Balkonen ausgestattete Wohnung kleiner aus: Die Richter bezifferten sie auf 84 Quadrat­meter.

„Örtliche Verkehrs­sitte“ maßgeblich

Der Größenbe­rechnung einer Wohnung liegt grund­sätzlich die Wohn­flächen­ver­ordnung und die örtliche Verkehrs­sitte zugrunde. Nach der Wohn­flächen­ver­ordnung sind Terrassen, Balkone und Wintergärten in der Regel mit einem Viertel der Fläche zu berück­sichtigen. Ausnahms­weise kann auch eine Berück­sichtigung zur Hälfte rechtens sein, wenn etwa durch Balkon oder Terrasse die Wohn­qualität besonders erhöht wird. Der Vermieter hat gegen das Urteil bereits Revision zum Bundes­gerichts­hof einge­legt.

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