Hans H. aus Schwedt: Ich habe gehört, dass Mietkautionen künftig nicht mehr auf dem klassischen Sparbuch liegen müssen. Was sieht die neue Regelung denn genau vor?

Finanztest: Mieter und Vermieter können sich jetzt für die Kaution einvernehmlich auf eine "andere Anlageform" mit höheren Renditechancen als beim Sparbuch einigen. Das kann ein Festgeldkonto, aber auch ein Aktienfonds sein.

Wenn der Mieter so eine höhere Rendite erzielt, bedeutet das für den Vermieter zugleich mehr Sicherheit. In schlechten Börsenzeiten besteht bei einer Fondsanlage allerdings das Risiko, dass das Anlagevermögen von Kursverlusten aufgezehrt wird. Ob sich viele Vermieter auf eine solche "Sicherheit" einlassen, ist deshalb fraglich.

Als Alternative kann auch weiterhin im gegenseitigen Einvernehmen als Absicherung eine Bürgschaft der Bank des Mieters vereinbart werden. Oder man einigt sich darauf, dass der Mieter selbst ein Kautionssparbuch auf seinen Namen einrichtet, auf das der Vermieter über eine Verpfändung zugreifen kann. In jedem Fall dürfen Vermieter aber nicht mehr als drei Monatskaltmieten zur Sicherheit fordern und das Geld keinesfalls auf ihr Privatkonto legen.

Tipp: Liegt Ihre Kaution auf einem Vermietersparbuch, muss auf die Zinserträge zwingend Zinsabschlagsteuer gezahlt werden. Wenn Sie die Kaution dagegen auf einem eigenen verpfändeten Sparbuch deponieren, können Sie einen Freistellungsauftrag einrichten.

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