Mietnebenkosten Meldung

Einmal im Jahr spielen die Nebenkosten für Mieter die Hauptrolle. Ziemlich häufig verlangt der Vermieter wegen gestiegener Heizkosten, Müllgebühren und Hausreinigung einen satten Nachschlag. Doch längst nicht jede Abrechnung müssen Mieter bezahlen. Oft machen Vermieter Fehler. Finanztest erklärt, wann sich Mieter weigern können.

Keine Nachzahlung bei Verspätung

Der erste Blick bei der Kontrolle der Nebenkostenabrechnung gilt dem Mietvertrag. Nur Nebenkosten, die dort aufgeführt sind, darf der Vermieter auch abrechnen. In den meisten Mietverträgen allerdings ist eine lange Liste mit Kostenpunkten enthalten. Daran scheitern Nebenkostenabrechnungen also selten. Zweiter Schritt ist die Kontrolle des Abrechnungszeitraums. Wenn seit Ende des Jahres, auf das sich die Abrechnung bezieht, mehr als ein weiteres Jahr vergangen ist, sind Nachforderungen nur noch zulässig, wenn der Vermieter selbst die Verzögerung nicht verhindern konnte. Umgekehrt behalten Mieter allerdings ihren Anspruch auf Abrechnung und können eine Rückzahlung verlangen, wenn sich bei der Abrechnung für Sie ein Guthaben ergibt.

Reparaturen zahlt der Vermieter

Im Detail wird die Kontrolle der Abrechnung kompliziert. Die Grundregel lautet: Der Vermieter darf regelmäßige Kosten für Pflege, Betrieb und Wartung des Hauses und seiner Anlagen abrechnen. Die Kosten für Verwaltung und Reparaturen dagegen hat er selbst zu tragen. Beispiel: Aufzug. Regelmäßige Wartungsarbeiten und die Gebühren für das Notrufsystem zahlen die Mieter. Wenn sich bei der Wartung herausstellt, dass Teile ausgetauscht werden müssen, ist der Vermieter dran. Praktische Konsequenz für Mieter: Umfassende Wartungsverträge, in denen auch Kosten für Reparaturen enthalten sind, darf der Vermieter nicht umlegen. Er muss genau klären, was er für Wartung und Betrieb und was für Reparaturen gezahlt hat. Nur die Kosten für Wartung und Betrieb dürfen in der Nebenkostenabrechnung auftauchen.

Prüfung im Detail

Zumindest auf Nachfrage muss der Vermieter jeden einzelnen Posten in der Nebenkostenabrechnung belegen. Üblich ist folgendes Verfahren: Bei Zweifeln vereinbaren Mieter und Vermieter einen Termin, bei dem der Vermieter sämtliche Unterlagen zu beanstandeten Punkten vorlegt. Wenn die Forderung berechtigt ist, muss der Mieter zahlen. Verstecken sich in der Nebenkostenabrechnung Beträge, die der Vermieter selbst zu tragen hat, darf der Mieter die Nachzahlung entsprechend kürzen. Auf Verlangen muss der Vermieter dem Mieter auch Kopien aller Belege zuschicken. Die Kosten für Kopien und Porto muss dann allerdings der Mieter übernehmen.

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