Mietnebenkosten Meldung

Die Ausgaben für den Schornsteinfeger ­müssen Mieter tragen.

Setzen Vermieter die Vorauszahlungen für die Nebenkosten zu niedrig an, haben Mieter das Nachsehen. Sie müssen Nachforderungen auch dann zahlen, wenn sie sehr hoch sind. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden (Az. VIII ZR 195/03).

Die Mieterin in dem Fall zahlte für ihre Wohnung monatlich rund 850 Euro Miete und 100 Euro Vorauszahlung auf Betriebs- und Heizkosten. Doch mit der Jahresabrechnung wurde die Wohnung plötzlich viel teurer: Für jeden Monat forderte der Vermieter eine Nebenkostennachzahlung von noch einmal über 100 Euro. Der Fall ging bis zum BGH, wo die Mieterin unterlag.

Die Vorauszahlungshöhe ist frei vereinbar, meinte der BGH. Der Vermieter kann auf Vorauszahlungen sogar ganz verzichten. Er ist nicht verpflichtet, realistisch zu kalkulieren. Das hatte zuvor noch das Landgericht Köln verlangt. Die Kölner Richter meinten, dass Nachforderungen, die 40 Prozent über der Vorauszahlung lägen, nicht bezahlt werden müssten.

Tipp: Fordern Sie den Vermieter zu einer Zusicherung im Vertrag auf, dass die Vorauszahlung den wahren Kosten entspricht. Rechnen Sie aber damit, dass er ablehnt. Das Recht hat er, denn die Kalkulation ist oft schwer.

Bitten Sie Ihren Vermieter dann aber, die voraussichtlichen Nebenkosten unverbindlich, aber im Detail vorzurechnen. Behalten Sie diese Unterlagen. So haben Sie Beweise für den Fall, dass er die Wohnung mit Absicht schönrechnen wollte. Dann hilft dem Vermieter auch der BGH nicht mehr.

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