Ist eine Wohnung um mindestens 10 Prozent kleiner als vereinbart, kann der Mieter die Miete entsprechend kürzen und zu viel gezahltes Geld zurück­fordern. Das gilt auch, wenn die falsche Fläche nur in der Annonce und nicht im Miet­vertrag stand (Bundes­gerichts­hof [BGH], Az. VIII ZR 256/09). In dem Fall vor dem BGH hatte ein Vermieter ein Miet­vertrags­formular benutzt, in dem es keine freie Stelle für die Angabe der Wohn­fläche gab, in die Annonce hatte er „ca. 76 m2“ geschrieben. Außerdem hatte er der Mieterin vor Vertrags­schluss einen Grund­riss mit Detail­angaben zur Wohn­fläche übergeben. Später stellte sich heraus, dass die Wohnung nur rund 53 Quadrat­meter groß war, rund 30 Prozent kleiner als annonciert. Die BGH-Richter werteten Annonce und Grund­riss als verbindliche Vereinbarung zur Wohn­fläche. Damit setzen die Richter Vermietern Grenzen, die eine Miet­minderung auszuschließen versuchen, indem sie im Miet­vertrag absicht­lich nichts zur Fläche schreiben. Wenn sich aus anderen Dokumenten eine verbindliche Flächen­angabe ergibt und die Wohnung kleiner als dort angegeben ist, hilft ihnen das nicht. Tipp: Mieter sollten nach Abschluss des Miet­vertrags Annonce und Grund­riss unbe­dingt aufheben.

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