Wenn der Mieter die Miete mindert, haben Eigentümer jetzt bessere Karten. Mussten sie bisher in einem normalen Zivilprozess die volle Miete einklagen, reicht jetzt der einfachere Urkundenprozess: Legen sie den Mietvertrag vor, erhalten sie ein vorläufig vollstreckbares Urteil. Dann ist es Sache des Mieters, die Berechtigung der Minderung zu beweisen. Gelingt das, wird die Vermieterklage abgewiesen.

In strittigen Fällen, etwa bei einer angeblich unzureichenden Trittschalldämmung, hat der Vermieter nun den Vorteil, schneller an die volle Miete zu kommen – wenn auch nur vorläufig. Aber in eindeutigen Fällen, wie etwa Totalausfall der Heizung, wo es für den Vermieter schon bisher keinen Sinn machte, sich juristisch zu wehren, bleibt alles beim Alten: Mieter sollten ihn umgehend über den Mangel informieren und ab diesem Zeitpunkt die Miete mindern (Bundesgerichtshof, Az. VIII ZR 216/04).

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