Seit Jahr und Tag geistern Mietmärchen herum – und werden gerne geglaubt.

Dabei stimmt es nicht, dass ...

  • ein Mieter nur drei mögliche Nach­mieter nennen muss und dann ausziehen kann. Wenn der Vermieter es will, gelten die vertraglichen Kündigungsfristen. Ausnahmen gibt es nur in Härtefällen, etwa wenn durch Familienzuwachs Raumnot droht, jemand ins Pflegeheim muss oder nur ein schneller Wegzug eine Arbeitslosigkeit beendet.
  • ein Mieter einmal im Monat laut feiern darf. Grundsätzlich muss ab 22 Uhr Ruhe herrschen, wenn die Nachbarn es wollen.
  • der Mieter die Mietkaution „abwohnen“ kann, indem er die Mietzahlungen nach der Kündigung einstellt. Einen Anspruch auf Kautionsrückzahlung haben Mieter erst, wenn nach dem Auszug klar ist, dass die Wohnung keine Schäden hat und alles bezahlt ist. Eine Rückzahlungsfrist gibt es nicht. Meist sind aber nicht mehr als sechs Monate zulässig.
  • der Vermieter die Mietwohnung jederzeit betreten darf. Das Hausrecht hat der Mieter. Ausnahmen gelten nur in Notfällen und etwa dann, wenn eine Besichtigung nach Reparaturen vereinbart wurde.
  • der Vermieter Untermieter einfach ablehnen kann. So entschied der Bundesgerichtshof, dass eine Mieterin ohne weiteres den Freund einziehen lassen darf. Der Vermieter muss gefragt werden, darf aber nur aus wichtigen Gründe wie etwa drohender Überbelegung ablehnen (Az. VIII ZR 371/02).
  • die Wände bei Auszug weiß sein müssen. Standardmietverträge dürfen die Farbe nicht vorschreiben, individuelle Verträge dürfen strenger sein. Extreme Farbgestaltung wie ein Ensemble in Lila, Schwarz und Rot ist allerdings zu vermeiden (Landgericht Berlin, Az. 64 S 213/94).

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