Mietkaution und Bürg­schaft

So haben wir getestet

Mietkaution und Bürg­schaft

  • Testergebnisse für 37 Kautions­konten für Ver­mieter
  • Testergebnisse für 28 Kautions­konten für Mieter
  • Testergebnisse für 23 Mietbürg­schaften
Inhalt

Im Test: Mietbürg­schaften und Kautions­konten von 139 Banken und 15 Versicherern und Maklern. Mietbürg­schaften werden sowohl von Versicherern als auch von Banken angeboten, Kautions­konten nur von Banken.

Zahlreiche Banken bieten keine eigenen Bürg­schaften an, sondern vermitteln ihren Kunden Versicherungs­produkte. Bei den Volks- und Raiff­eisen­banken erfolgt die Vermitt­lung meist an die R+V Versicherung. Bürg­schaften von Banken haben wir in der Tabelle nur genannt, wenn es sich um eigene Produkte der Kredit­institute handelt.

Bei den Versicherungs­gesell­schaften erfolgt der Vertrieb über­wiegend über Makler. Einige Versicherer bieten aber auch einen Direkt­abschluss der Kautions­bürg­schaft an. Bei einigen Banken muss der Kunde für den Abschluss der Mietbürg­schaft auch ein Giro­konto bei der Bank führen.

Bürg­schafts­summe

Bei der Höhe des Bürg­schafts­betrags kann es sowohl beim Mindest- als auch beim Maximal­betrag eine Begrenzung geben. Grund­sätzlich gilt immer, dass die Höhe der Kaution auf drei Nettokaltmieten beschränkt ist.

Preise

Die jähr­lichen Kosten für eine Bürg­schaft richten sich nach dem Bürg­schafts­betrag. Teil­weise kommt eine einmalige Abschluss­gebühr hinzu. Für einen Bürg­schafts­betrag von 2 000 (entspricht der Mietkaution bei einer Nettokaltmiete von 666 Euro) und 4 500 Euro (entspricht der Mietkaution bei einer Nettokaltmiete von 1 500 Euro) haben wir die anfallenden Kosten für eine Lauf­zeit von fünf Jahren berechnet. Als Vergleich haben wir die Kreditzinsen für einen Kredit in gleicher Höhe mit einem effektiven Jahres­zins von 4 Prozent dargestellt, der über eine Lauf­zeit von fünf Jahren getilgt wird.

Auszahlung

Bei einer Bank wird im Falle der Auszahlung der Bürg­schafts­summe noch eine Bearbeitungs­gebühr fällig, alle anderen Anbieter verzichten darauf. Die Zeit, die nach Vorlage aller notwendigen Unterlagen bis zur Auszahlung vergeht, ist bei den Anbietern unterschiedlich. Die Zeit­angaben sind als Richt­größe zu verstehen. Eine Information des Mieters über die Inan­spruch­nahme der Bürg­schaft durch den Vermieter erfolgt nahezu bei allen Anbietern.

Mietkaution und Bürg­schaft

  • Testergebnisse für 37 Kautions­konten für Ver­mieter
  • Testergebnisse für 28 Kautions­konten für Mieter
  • Testergebnisse für 23 Mietbürg­schaften

Mehr zum Thema

  • Neben­kosten­abrechnung So prüfen Mieter die Betriebs­kosten­abrechnung

    - Eine Betriebs­kosten­abrechnung kann an vielen Stellen falsch sein. Wie Mieter ihre Neben­kosten­abrechnung prüfen und wann sie sich gegen Nach­zahlungen wehren können.

  • Mietrecht Kleinre­paraturen Wann Mieter Kleinre­paraturen bezahlen müssen

    - Laut Gesetz zahlt der Vermieter alle Reparaturen in der Wohnung. Unter bestimmten Voraus­setzungen darf er Reparatur­kosten bis 100 Euro aber auf den Mieter abwälzen.

  • Untermiete Wohnung unter­vermieten – das müssen Sie wissen

    - Wann darf ich meine Wohnung unter­vermieten? Wir erklären die Rechts­lage. Mit dem Musterschreiben können Sie Ihren Vermieter auffordern, einer Unter­vermietung zuzu­stimmen.

17 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.03.2022 um 17:08 Uhr
Kosten für Eröffnung des Kautionskontos

@Gutmensch: Es gibt hierzu keine höchstrichterliche Rechtsprechung des BGH an die unteren Gerichte gebunden sind. Eine mieterfreundliche Auslegung des Gesetzes, kommt dazu, dass es sich bei der Anlage der Mietkaution seitens des Vermieters um eine gesetzliche Verpflichtung des Vermieters nach § 551 Abs. 3 BGB handelt. Und somit hat auch der Vermieter die damit verbundenen Kosten zu tragen.

Gutmensch am 09.03.2022 um 15:56 Uhr
Einrichtungspreis Kautionskonto auf Mieter umlegen

Einige Banken verlangen für die Einrichtung eines Kautionskontos für Vermieter einen (einmaligen) Einrichtungspreis. Darf der Vermieter diese Kosten auf den Mieter umlegen?

Profilbild Stiftung_Warentest am 15.11.2021 um 13:23 Uhr
ETF-Sparplan

@naddemc: Dieser Artikel richtet sich an diejenigen, die vor dem Problem stehen, dass sie nicht genug Geld für die Kaution haben. Also an diejenigen, die vor der Wahl stehen: Ratenkredit oder Bürgschaft.
Diejenigen, die sich die Kaution leisten können, haben keinen Fremdfinanzierungsbedarf und haben natürlich mehr Spielraum. Diese können auch darauf spekulieren, dass das Geld im ETF-Sparplan lang gut verbleibt, um Erträge zu erzielen, die über den Gesamtkosten der Bürgschaft liegen.
Je nachdem, wie lange für die Bürgschaft gezahlt wird (und der ETF-Sparplan) läuft, sind die Chancen, mit dem ETF-Sparplan ein Plus zu erzielen höher oder niedriger. Bei einer Anlagedauer von 5 Jahren ist das Verlustrisiko sehr viel höher als bei einer Anlage von 20 oder 30 Jahren. Wir empfehlen für einen ETF-Sparplan eine Anlagedauer von mindestens 10 Jahren.
Als sichere Anlage bezeichnen wir nur Geldanlagen, die ganz ohne Verlustrisiko daherkommen. ETF sind zwar zum langfristigen Vermögensaufbau geeignet, bergen aber ein zwischenzeitliches Verlustrisiko, das bei kurzen Laufzeiten besonders hoch ist.

naddemc am 15.11.2021 um 12:55 Uhr
Zu ETF-Sparplan

@Stiftung_Warentest: Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. Das Wertschwankungsrisiko besteht natürlich immer, ist bei "konventionellen" Geldanlagen und einer guten Aufteilung statistisch betrachtet aber wohl überschaubar. Stiftung Warentest empfiehlt in anderen Tests ja ebenfalls eine gute Vermögensaufteilung u.a. mit ETF-Anlagen. Wer also grundsätzlich bereit ist, dieses Risiko - wie bei anderen Geldanlagen auch - einzugehen, für den kann es doch durchaus attraktiv sein, 2000 EUR zu haben, anstatt sie nicht zu haben. Zumindest relativiert sich für mich dadurch die Aussage, wonach von solchen Bürgschaften grundsätzlich abzuraten ist. Im Vergleich zu einem Ratenkredit definitiv, wenn man das Geld nicht aufbringen kann.

Profilbild Stiftung_Warentest am 15.11.2021 um 10:40 Uhr
ETF-Sparplan

@naddemc: Die von Ihnen beschriebene Vorgehensweise birgt zwei Risiken.
Risiko 1: das ganz normale Wertschwankungsrisiko an der Börse (welches natürlich auch ETFs haben). Die Kosten der Bürgschaft sind sicher (oft 3 bis 5 Prozent der Bürgschaftssumme pro Jahr), die Rendite der ETFs (leider) nicht. Nur wenn die ETFs mehr Rendite abwerfen als die jährlichen Kosten der Bürgschaft, geht die Rechnung auf.
Risiko 2: Es kann sein, dass die ETFs genau zu einem Zeitpunkt in einem Tief stecken, in dem der Mieter auszieht. Greift der Vermieter dann auf die Bürgschaft zu (etwa weil der Mieter trotz Rechtspflicht nicht renoviert hatte) und verlangt der Bürge diesen Betrag vom Mieter ersetzt verlangt, macht er beim Verkauf der ETFs eventuell Verluste (wenn er nicht gezwungen ist, zu verkaufen, weil der Mieter die Forderung des Vermieters aus seinem übrigen Privatvermögen bezahlen kann, ist das natürlich etwas anderes).
Wir vermuten, dass die breite Masse der Mieter nicht bereit ist, diese beiden Risiken einzugehen