Bürgschaft von Bank oder Versicherung: Mietbürgschaft, die teure Alternative zur Mietkaution

Sogar im Fernsehen werben Anbieter von Kautionsversicherungen, wie die Deutsche Kautionskasse aus Starnberg. Das Angebot klingt verlockend: Der Mieter stellt dem Vermieter keine drei Monatsmieten als Kaution, sondern bezahlt die Versicherung dafür, dass sie dem Vermieter in Höhe der Kaution bürgt. Hat der Vermieter nach dem Auszug noch Ansprüche gegen den Mieter, kann er sich das Geld vom Versicherer auszahlen lassen.

Eine Bürgschaft hilft Mietern, die ihre Kaution vom alten Vermieter noch nicht wiederhaben und nicht genug Geld für die neue Kaution aufbringen. Angebote machen Banken und Versicherungen. Vor Abschluss der Bürgschaft prüfen sie allerdings die Bonität des Mieters.

Umfrage bei 66 Kreditinstituten

Finanztest hat 66 Kreditinstitute nach Mietbürgschaften gefragt, davon machen 13 ein Angebot, das für alle Kunden offen ist. Ein Anbieter – die MKB Mietkautions AG (Smartkaution.de) – vermittelt das Angebot der SWK Bank. Den Bankbürgschaften haben wir die Kosten von vier Mietkautionsversicherungen gegenübergestellt. Die in der Tabelle dargestellten Daten beruhen auf den Angaben der Anbieter.

Hat ein Mieter zum Beispiel 2 000 Euro als Mietsicherheit zu stellen, kostet ihn die Bürgschaft bei einem Versicherer durchschnittlich 100 Euro pro Jahr. Bei einer Bank ist die Mietsicherheit oft billiger zu haben. Die von uns befragten Banken verlangten im Schnitt etwa 70 Euro jährlich.

Bürgschaft schützt nicht vor Kosten

Die Bürgschaft befreit den Mieter davon, zu Mietbeginn die Kautionssumme aus seinem Vermögen stellen zu müssen. Sie schützt ihn aber nicht davor, dass er vielleicht doch noch einen Betrag in Kautionshöhe bezahlen muss.

Beispiel: Der Vermieter nimmt die Bürgschaft in Anspruch, weil der Mieter die Betriebskostenforderungen nicht bezahlt hat. Der Versicherer zahlt dem Vermieter das Geld aus und holt sich die Auszahlung anschließend vom Mieter zurück.

Bürgschaft als Zwischenlösung

Eine Mietbürgschaft kann auch eine Zwischenlösung sein. So verschafft sich der Mieter erst einmal Luft und muss doch nicht dauerhaft die Beiträge für die Kautionsversicherung zahlen.

Das funktioniert so: Bis der Mieter die Kaution vom alten Vermieter zurück- hat, schließt er eine Mietbürgschaft zugunsten des Vermieters ab. Sobald der Mieter zu Geld gekommen ist, wird die Mietbürgschaft durch eine Kaution ausgetauscht. Um die Bürgschaft zu beenden, muss der Vermieter meist nur die Bürgschaftsurkunde zurückgeben. Als Ersatz erhält er die Kaution. Entweder überweist der Mieter ihm das Geld oder er legt es selbst an und verpfändet das Konto dem Vermieter. Bei diesem Tausch geht der Vermieter kein Risiko ein, solange er die Urkunde behält, bis er im Besitz des Geldes oder der Verpfändungserklärung ist.

Mieter, die an eine Bürgschaft als Zwischenlösung denken, halten am besten bereits bei Abschluss des Mietvertrages mit dem Vermieter schriftlich fest, dass die Bürgschaft später ausgetauscht werden darf.

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