Schmeckt nicht jedem. Grill­geruch kann die Nach­barn stören.

Wer sich auf dem Balkon freizügig sonnt, Markisen aufhängt, grillt oder laut feiert, riskiert Ärger mit Vermieter oder Nach­barn. test.de fasst einschlägige Gerichts­urteile zusammen und sagt, was geht – und was verboten ist.

Grillen – mit Ausnahmen

Grund­sätzlich darf sich jeder seine Rost­bratwurst oder seinen Grill­käse auf dem Balkon brutzeln. Davon gibt es zwei Ausnahmen: Wenn das Grillen im Miet­vertrag ausdrück­lich verboten ist, müssen sich Mieter daran halten. Wer das nicht tut, riskiert eine Abmahnung oder im Wieder­holungs­fall sogar die Kündigung (Land­gericht Essen, Az. 10 S 438/01). Außerdem dürfen Mieter nicht grillen, wenn der Rauch in Nach­barwohnungen zieht. Den Duft frischen Grill­guts müssen Nach­barn aber hinnehmen. Was für Ziga­retten­qualm gilt, haben wir in unserer Meldung Rauchen auf dem Balkon zusammengefasst.

Feiern – bis 22 Uhr

Mehr noch als der Rauch vom Grillen stört viele Nach­barn Lärm, den Balkonbenutzer machen. Zwar dürfen Mieter ihren Balkon auch zum Feiern nutzen, sie sollten aber das in Miets­häusern geltende Gebot der gegen­seitigen Rück­sicht­nahme beachten. Spätestens, wenn um 22 Uhr die Nacht­ruhe beginnt, sollten alle drinnen weiterfeiern und daran denken, Zimmerlaut­stärke einzuhalten. Wer auf dem Balkon bleibt, muss leise sein.

Sonnenbaden – in Grenzen freizügig

Mieter dürfen ihren Balkon genauso nutzen wie ihre Wohnung. Fürs Sonnenbaden heißt das: Da Mieter in ihrer Wohnung selbst­verständlich nackt herum­laufen dürfen, gilt das auch für den Balkon. Es gibt aber Grenzen: Wenn der Balkon gut einsehbar ist, sollten die Bewohner nicht allzu freizügig sein. Wenn sich Nach­barn berechtigt gestört fühlen, kann das eine Ordnungs­widrigkeit sein, für die ein Bußgeld droht.

Markisen – bei Einverständnis

Mieter, die eine Markise anbringen wollen, müssen vorher beim Vermieter um Erlaubnis bitten, da es sich um eine bauliche Veränderung handelt. Wenn die Sonne stark auf den Balkon brennt, kann der Mieter einen Anspruch auf die Genehmigung haben (Amts­gericht München, Az. 411 C 4836/13).

Pflanzen – jein

Bei der Wahl der Balkonbegrünung sind Mieter frei. Bei rankenden Pflanzen wie Efeu haben Vermieter aber ein Wört­chen mitzureden.

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