Mieterrechte Meldung

Es ist nicht alles Wurst, was Mieter auf dem Balkon oder der Terrasse treiben. Gegen unzumutbare Gerüche und Lärm können Nachbarn vorgehen.

Grillen, feiern, nacktbaden – auf Balkon und Terrasse ist viel ­erlaubt, aber nicht alles. Ein Überblick über die Rechtslage.

Grillen. Das Amtsgericht Hamburg ist der Ansicht, dass das Grillen mit Holzkohle auf dem Balkon nichts zu suchen hat. Es komme zwangsläufig zu unzumutbaren Belästigungen der Nachbarn (Az. 40 C 229/72). Ein Grillverbot im Mietvertrag ist wirksam (Landgericht Essen, Az. 10 S 438/01). Ganz anders im Süden Deutschlands: Grillen ist im Sommer üblich und muss geduldet werden (Amtsgericht München, Az. 15 S 22735/03).

Lärm. Mieter dürfen auf dem Balkon feiern. Aber viele Landesimmissionsschutzgesetze sehen vor, dass zwischen 22 Uhr und 6 Uhr früh Störungen der Nachtruhe verboten sind. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld.

Blumen. Mieter können den Balkon grundsätzlich so begrünen, wie sie wollen, und auch Blumenkästen aufstellen. Sie müssen aber dafür sorgen, dass der Blumenkasten nicht herunterfallen kann. Mieter unterhalb des Balkons müssen es dulden, wenn der Wind von oben Blätter auf ihren Balkon weht. Wachsen die Pflanzen aber über die Brüstung hinaus, sodass übermäßig viele Blüten und Blätter beim unteren Mieter landen, müssen die Pflanzen zurückgeschnitten werden (Landgericht Berlin, 67 S 127/02).

Sonnenbaden. Nacktbaden auf der Terrasse ist grundsätzlich okay. Paarweises Sonnenbaden sollte jedoch nicht ausufern. Sex auf einer einsehbaren Terrasse kann zu einer Abmahnung durch den Vermieter wegen ­Störung des Hausfriedens führen (Amtsgericht Bonn, Az. 8 C 209/05).

Tipp: In Nachbarstreitigkeiten ist der Ausgang einer Klage vom Einzelfall abhängig und oft nicht vorhersehbar. Mieter sollten untereinander und mit dem Vermieter stets eine außergerichtliche Lösung suchen.

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