Check­liste: Schritt für Schritt die Erhöhung prüfen

Gehen Sie das Schreiben des Vermieters anhand dieser Check­liste durch. Wenn die formalen Kriterien schon nicht stimmen, ist das gesamte Miet­erhöhungs­verlangen unwirk­sam.

  • Erlaubnis. Haben Sie eine Staffel- oder Indexmiete vereinbart? Dann steigt die Miete zeitlich und finanziell nach festen Regeln. Eine zusätzliche Erhöhung ist ausgeschlossen.
  • Sperr­frist. Der Einzug oder die letzte Miet­erhöhung müssen mindestens zwölf Monate zurück­liegen. Die neue Miet­erhöhung ist auch unwirk­sam, wenn die letzte Forderung weniger als 15 Monate zurück­liegt.
  • Formalien. Liegt das Miet­erhöhungs­verlangen in Text­form vor, also als Brief, Fax oder E-Mail? Eine mündliche Forderung reicht nicht aus.
  • Voll­macht. Kommt das Erhöhungs­begehren nicht vom Vermieter, sondern von der Haus­verwaltung oder einem Anwalt, muss eine Originalvoll­macht beigefügt sein. Auf das Dokument darf der Absender nur verzichten, wenn dem Mieter die Voll­macht bereits bekannt war, weil er etwa schon den Vertrag mit der Verwaltung abge­schlossen hat.
  • Vertreter. Ist der Vermieter ein Unternehmen, muss die Vertretungs­macht im Handels­register fest­gelegt sein. Ansonsten muss auch dieser Unter­nehmens­vertreter eine Voll­macht vorlegen. Es sei denn, der Mieter hat das Dokument früher schon mal gesehen.
  • Alle Vermieter. Das Miet­erhöhungs­verlangen muss von allen Personen kommen, die im Miet­vertrag als Vermieter genannt sind. Tritt ein Ehepaar und nicht eine Einzel­person als Vermieter auf, müssen beide das Schreiben unterzeichnet haben.
  • Alle Mieter. Das Schreiben zur Miet­erhöhung muss sich an alle Mieter richten, die den Miet­vertrag unter­schrieben haben. Es reicht nicht, nur einen der Mieter anzu­schreiben. Prüfen Sie, ob im Brief auch jeder Mieter namentlich genannt wird.
  • Begründung. Ist die Erhöhung begründet? Ohne Nennung eines Grundes ist sie nicht gültig. Zulässig sind Begründungen mit Bezug auf den Mietspiegel, Miet­daten­banken, Gutachten oder der Nach­weis von Vergleichs­wohnungen. Gibt es einen qualifizierten Mietspiegel, muss der Vermieter dessen Miet­preise zusätzlich angeben, auch wenn er die Mieten von Vergleichs­wohnungen nennt.

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