Miet­erhöhung Special

Das Miet­niveau steigt in vielen Regionen rasant. Doch Mieter müssen sich nicht alles bieten lassen. Die Finanztest-Check­liste hilft Mietern zu erkennen, ob der Vermieter über­haupt mehr verlangen darf. Ein Muster­brief zeigt, wie Mieter kurz und prägnant auf unzu­lässige Erhöhungs­verlangen reagieren. Für alle, die den Konflikt mit dem Vermieter scheuen, erklären die Finanztest-Experten, wie Miet­parteien zu einem Kompromiss finden können.

Erhöhung nur einmal im Jahr zulässig

Jedes Jahr verschi­cken Vermieter über eine Million Briefe, in denen sie von ihren Mietern die Zustimmung zu einer Miet­erhöhung verlangen. Vermieter haben das Recht, die Miete regel­mäßig anzu­heben. Frühestens jedoch ein Jahr nach der letzten Miet­erhöhung darf der Vermieter den Mieter wieder anschreiben. Entscheidend ist, ab wann der Mieter die letzte Erhöhung zahlen musste. Es kommt auf den genauen Tag an.

Ausreichende Begründung muss gegeben sein

Vermieter müssen Begründungen liefern, wenn sie eine höhere Miete fordern: Sie können auf einen Mietspiegel verweisen, die Auskunft aus einer Miet­daten­bank heran­ziehen, ein begründetes Gutachten eines öffent­lich bestellten und vereidigten Sach­verstän­digen vorlegen, oder sie nennen die Miete für mindestens drei vergleich­bare Wohnungen.

Zwei Monate Zeit zum Prüfen

Ob die Gründe stimmen, ist zunächst egal. Steht im Vermieter­schreiben, worauf sich die Erhöhung stützt, muss der Mieter sich damit auseinander­setzen. Mieter haben ab Ende des laufenden Monats nach Zugang des Schreibens zwei Monate Zeit, es zu prüfen. Nicht immer steht den Vermietern mehr Geld zu.

Formal unwirk­same Schreiben ignorieren

Mieter sollten eine Forderung zunächst auf ihre Wirk­samkeit prüfen. Erfüllt der Brief des Vermieters bereits einige formale Kriterien nicht, ist das gesamte Miet­erhöhungs­verlangen ungültig. Beispiel: Der Vermieter hat das Schreiben nur an einen von mehreren Mietern gerichtet. Mieter müssen dann nichts unternehmen. Solange der Vermieter seinen Fehler nicht bemerkt und korrigiert hat, bleibt es bei der alten Miete.

Bremse für Miet­erhöhungen

Es gibt Grenzen für Erhöhungen. Die wichtigste: Der Vermieter darf nur so viel Geld verlangen, wie andere Mieter für eine vergleich­bare Wohnung in derselben Gegend zu zahlen bereit sind. Orientierung bieten Mietspiegel. Mehr als diese „orts­übliche Vergleichs­miete“ steht dem Vermieter nicht zu. Außerdem gilt eine so genannte Kappungs­grenze: Die Grund­miete – also die Miete ohne Betriebs­kosten – darf in drei Jahren um höchs­tens 20 Prozent erhöht werden. Wo Mangel an bezahl­barem Wohn­raum herrscht, dürfen die Landes­regierungen seit diesem Sommer Gebiete ausweisen, in denen die Miete nur um 15 Prozent steigen darf. Im September 2013 gab es solche Mietbrems­ver­ordnungen beispiels­weise für Hamburg, Berlin und München (den aktuellen Stand finden Sie auf unserer Über­blicks­seite Mietpreisbremsen).

Vermieter kann klagen

Ohne Zustimmung des Mieters steht dem Vermieter keine Miet­erhöhung zu. Er kann aber auf die Zustimmung klagen. Mieter sollten nach rechts­kräftiger Verurteilung ihren Mietrück­stand umge­hend und spätestens inner­halb von zwei Monaten begleichen. Sonst droht ihnen die Kündigung wegen Zahlungs­verzugs.

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