Miete kürzen Wenn der Fahr­stuhl im Haus defekt ist

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Ein Leser fragt: Ich wohne im zweiten Stock. Der Aufzug ist defekt. Wie viel weniger Miete muss ich nun zahlen?

Finanztest antwortet: Der Kürzungs­betrag wird wohl zwischen 1 und 5 Prozent Ihrer Bruttomiete (Miete plus Betriebs­kosten) liegen. Entscheidend ist insbesondere, in welcher Etage Ihre Wohnung liegt. Das Gesetz nennt keine konkreten Beträge. Es sagt nur allgemein, dass die Miete bei einem Wohnungs­mangel um einen „angemessenen“ Betrag gemindert ist. Alte Urteile können Orientierung geben. Im Jahr 2014 entschied etwa das Berliner Amts­gericht Tempelhof-Kreuz­berg, dass ein Mieter in der zweiten Etage die monatliche Miete um 3 Prozent reduzieren darf, wenn der Aufzug (Az. 2 C 207/13) einen ganzen Monat lang defekt ist.

Der Kürzungs­betrag wird größer, je höher die Wohnung liegt. Das Amts­gericht Berlin-Mitte gestand einem Mieter im sechsten Stock eine Kürzung von 15 Prozent pro Monat zu (Az. 10 C 3/07).

Persönliche Umstände spielen keine Rolle: Sie dürfen nicht etwa mehr kürzen, weil Sie als Schwerbehinderter den Aufzug dringender brauchen als andere. Der Grund­satz bedeutet aber auch: Sie dürfen auch dann kürzen, wenn der Aufzug während Ihres Urlaubs kaputt ist.

Tipp: Zehn häufig gestellte Mieter-Fragen beant­worten unsere Rechts­experten im FAQ Mietrecht.

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Tubaman am 18.01.2017 um 12:56 Uhr
Höhe der Minderung

Lustig, daß die Höhe der Minderung von der Etage abhängig ist (macht ja eigentlich auch Sinn...).
Bei den Nebenkosten des Fahrstuhls ist es ja egal, ob man im EG oder 4.OG wohnt...