Microsoft Surface Pro X (SQ 2, 256 GB, 16 GB) im Test Immer noch einge­schränkt

14.05.2021
Microsoft Surface Pro X (SQ 2, 256 GB, 16 GB) im Test - Immer noch einge­schränkt
Leicht­gewicht. Das neue Microsoft Surface Pro X wiegt mit Tastatur nur rund 1070 Gramm. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser

Das Surface Pro X hat einen besonderen Prozessor – genützt hat ihm der im Test 2019 nichts. Ob die zweite Generation des Microsoft-Rechners glänzt, zeigt der Schnell­test.

Das Experiment mit dem Prozessor

Es ist eine Mischung aus Tablet und Notebook: Beim Microsoft Surface Pro X lässt sich das Display von der Tastatur trennen, in der Fach­sprache heißt dieser Bautyp eines mobilen Rechners Detachable. Mit Tastatur und Stift – beides optional erhältlich – kostet das Surface Pro rund 1 720 Euro. Microsoft kombiniert schmales und leichtes Design mit einem energiesparenden ARM-Prozessor. Im Vergleich zu herkömm­lichen Prozessoren von Intel soll er den Akku weniger schröpfen, was sich positiv auf die Lauf­zeit auswirken würde. Funk­tioniert hat das bei der ersten Surface-Pro-X-Generation nicht, nun haben wir den Nach­folger mit dem neuen SQ-2-Prozessor geprüft.

Tipp: Die voll­ständigen Test­ergeb­nisse zum Microsoft Surface Pro X finden Sie jetzt in unserem großen Vergleich Laptops, Convertibles und Tablets mit Tastatur. Test­ergeb­nisse zu Tablets ohne Tastatur finden Sie im Tablet-Test.

Akku­lauf­zeit nur Durch­schnitt

Auch das neue Surface Pro X mit optimiertem ARM-Prozessor schneidet bei der Akku­lauf­zeit nicht heraus­ragend ab. Beim Video­gucken hielt es im Test 9:50 Stunden durch, beim Surfen mit maximaler Helligkeit 5:40 Stunden. Diese Werte liegen im Vergleich zu den Geräten in unserem Test Mobile Computer nicht über dem Durch­schnitt.

Sperrt manche Apps aus

Ein noch viel größeres Manko hat Microsoft ebenfalls nicht behoben. Manche Apps laufen auf dem Wind­ows-10-Rechner nicht. Der ARM-Prozessor braucht eigens geschriebene Programme und ist nicht mit üblichen 64-Bit-Anwendungen für Wind­ows kompatibel. Das System akzeptiert nur für den ARM-Prozessor optimierte Apps aus dem Microsoft Store oder 32-Bit-Versionen von Programmen, was die Nutzung stark einschränkt. Apple-Rechner wie das MacBook Pro 13ʺ oder das MacBook Air 13ʺ mit M1-Prozessor sind hier deutlich weiter. Bleibt zu hoffen, dass Microsoft über Updates demnächst mehr 64-Bit-Programme für Wind­ows unterstützt.

Reagiert flott und lässt sich leicht bedienen

Abge­sehen davon über­zeugt das neue Surface Pro X im Test. Im täglichen Gebrauch lässt es sich leicht hand­haben. Sein Arbeits­speicher ist 16 Gigabyte groß, der interne SSD-Speicher fasst in der geprüften Variante des Rechners 256 Gigabyte Daten. Das gute Display bietet eine sehr hohe Auflösung von 2 880 x 1 920 Pixeln und eine hohe maximale Helligkeit. Beim Surfen im Internet und E-Mail-Schreiben reagiert das Surface sehr flott, bei Büro­anwendungen passabel. Für 3D-Spiele ist es weniger geeignet, nicht alle werden unterstützt. Das zeigten auch unsere Leistungs­tests.

Gelungene Fotos und Videos

Beide Kameras nehmen tolle Fotos und Videos auf. Die Haupt­kamera ermöglicht Fotos mit einer maximalen Auflösung von 10,5 Megapixel und ultra­hoch­aufgelöste Videos mit bis zu 8,3 Megapixel. Die Frontkamera liefert Fotos mit 5 Megapixel und Videos mit 2,1 Megapixel, was in der Regel ausreicht.

Keine üppige Ausstattung

Ins Internet geht es via WLan oder LTE, den Stan­dard 5G unterstützt das Surface Pro X nicht. Wer unterwegs surfen will, kann einen Datentarif für die integrierte eSim-Karte abschließen oder nutzt den Steck­platz für eine Sim-Karte im Nano-Format. Die Anschlüsse beschränken sich auf zwei „kleine“ USB-C-Buchsen. Auf eine große USB-Buchse und auf einen Kopf­hörer­anschluss müssen Nutzende verzichten. Musikhören ist kabellos über Bluetooth oder kabel­gebunden per 3,5mm-Adapter über USB-C möglich.

Fazit: Der Preis ist zu hoch

Das neue Microsoft Surface Pro X lässt sich nicht so flexibel nutzen wie andere Rechner. Die Auswahl an Apps ist aufgrund des ARM-Prozessors reduziert. Auch die erhoffte längere Akku­lauf­zeit bestätigte sich im Test nicht. Das Detachable ist ein gutes Gerät, angesichts der Einschränkungen aber viel zu teuer. Unsere Daten­bank (Mobile Computer im Test) enthält deutlich güns­tigere Modelle, die besser abschneiden.

14.05.2021
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