Microgreens - Power-Grün für zu Hause

Klein, grün, fix aufzuziehen. Und ein echter Hingu­cker. Das sind Microgreens.

Mini­pflanzen – Microgreens genannt – sind ein neuer Küchentrend. Sie lassen sich ohne großen Aufwand schnell zu Hause ziehen und können viele Gerichte dekorieren. Sie gelten als Superfood, sprich: als besonders nähr­stoff­reich. Doch stimmt das auch? Erste Studien zeigen, dass es die Pflänz­chen in sich haben können.

Microgreens – zwischen Sprosse und Pflanze

Es handelt sich um kleine Gemüse- und Kräuter­pflänz­chen, die bereits als Keimling geerntet werden, also sobald sie erste Blätter haben. Sie stehen in ihrer Entwick­lung zwischen Sprosse und Pflanze. Die Auswahl reicht von Basilikum über Brokkoli, Koriander und Quinoa bis Rote Bete und Rucola.

Der Trend kommt aus den USA. Seit Jahren verzieren auch hier­zulande Profi-Köche ihre Gerichte mit dem kleinen Grünzeug. Microgreens lassen sich aber auch relativ unkompliziert und schnell zu Hause ziehen. Sie können etwa Salate, Brote, Suppen oder Smoothies bereichern.

Mehr Nähr­stoffe in Mini-Salat und -Brokkoli

Microgreens gelten als Superfood, also als reich an Vitaminen, Mineralstoffen oder sekundären Pflanzen­stoffen. Systematische, größere Unter­suchungen dazu gibt es allerdings nicht. Aber einzelne, kleinere Studien, die zeigen, dass es die Pflänz­chen in sich haben können.

Eine Untersuchung von portugiesischen Forschern ergab, dass Kopf­salat-Microgreen tatsäch­lich mehr Kalzium, Eisen, Zink und – wie erwünscht – weniger Nitrat enthält als ausgewachsener Kopf­salat. Ein Brokkoli-Vergleich der Idaho State University, USA, zeigt ebenfalls, dass Mikro-Brokkolis höhere Mineral­stoff­gehalte haben können als reife Brokkoli-Röschen, vor allem was Magnesium, Mangan, Kupfer und Zink betrifft. Am meisten Nähr­stoffe wiesen die Brokkoli-Pflänz­chen auf, die auf Kompost­erde wuchsen. Sie hatten zusätzlich höhere Konzentrationen an Phosphor, Kalium, Eisen, Kalzium und Natrium als ausgewachsener Brokkoli. Auch die Anbau­methode zählt also.

Geringe Verzehr­mengen bringen nicht viel

Auf andere Sorten einfach über­tragen lassen sich diese Erkennt­nisse nicht. Jedes Microgreen muss einzeln betrachtet werden und kann je nach Anbau­methode oder Ernte­zeit­punkt unterschiedlich viele Nähr­stoffe aufweisen. So hat beispiels­weise ausgewachsener Grünkohl mehr Vitamin C und Karotinoide zu bieten als seine Microgreen-Variante. Angesichts der geringen Mengen, die üblicher­weise von den Mikropflänz­chen verzehrt werden, sollte man ohnehin keine Wunder erwarten.

Selbst ziehen: So funk­tioniert‘s

Samen für Microgreens sind in Gartencentern oder übers Internet erhältlich. Sie werden in einer dünnen Schicht Erde angesetzt – in einer Schale oder einem Gefäß – und sehr dicht aneinander gesät. Damit sie gedeihen, brauchen sie einen warmen, hellen Platz ohne direkte Sonnen­einstrahlung. In kalten Monaten kann das eine Fens­terbank sein, in wärmeren der Balkon. Täglich vorsichtig gießen. Die meisten Sorten können nach zirka 7 bis 14 Tagen geerntet werden. Dazu sollte man sie etwa einen Zenti­meter über der Erde abschneiden und frisch verarbeiten.

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