Microboss MP3 Dance Meldung

Preis: etwa 500 Mark

Anbieter:
Microboss Software AG
Dammstr. 31-33
47119 Duisburg
Tel. 02 03/35 82 72
Fax 02 03/35 82 99
www.microboss.de

Ein tragbarer MP3-Spieler, der dank Kassettenform auch das Autoradio oder den alten Rekorder in der Küche mit neuen Stücken aus dem Internet versorgt ­ das klingt nach einer tollen Idee.

Der "Microboss MP3 Dance" ist ein MP3-Spieler in Form einer herkömmlichen Audio-Kassette. Deshalb kann er in jeden normalen Kassettenrekorder eingelegt werden. An der Stelle, wo bei einer herkömmlichen Audio-Kassette das Band zu sehen ist, sitzt bei dem "MP3 Dance" ein Tonkopf. Der induziert das Audiosignal in den Tonkopf des Kassettenrekorders.

Die MP3-Dateien werden in einem fest eingebauten Speicher mit einer Größe von 32 Megabyte und auf einer Multimediaspeicherkarte von ebenfalls maximal 32 Megabyte gespeichert. Größere Karten (64 Megabyte) kann das Gerät nicht erkennen. Der Speicher fasst damit zehn bis zwölf kurze Titel, das ist nicht einmal der Inhalt einer Musik-CD.

Bevor Musik gehört werden kann, muss auf den kleinen Player eine Software zum Übertragen bereits auf dem Computer vorhandener MP3-Dateien installiert werden. Allerdings funktioniert die Installation der Software oft nicht auf Anhieb und oft nicht im empfohlenen Parallelport-Modus (ECP).

Da es sich um eine reine Transfersoftware handelt, kann sie Musik von einer CD nicht in MP3-Dateien umwandeln. Außerdem strotzt die Gebrauchsanleitung vor Fehlern und unverständlichen Formulierungen. Auch die englische Anleitung auf der CD-R enthält Fehler. Erfahrenen Computernutzern wird es dennoch gelingen, das Programm korrekt zu installieren.

Mit einem Akku beträgt die Wiedergabedauer rund fünf Stunden. Mehr Musik gibt es nach einer Wechselpause mit dem mitgelieferten Zweitakku.

Vermutlich hat der Nutzer aber schon wesentlich früher genug. In unserem Prüflabor wurden Hörtests mit einem hochwertigen Kassettendeck und einem ebenfalls hochwertigen Autoradio durchgeführt. Zum Vergleich wurden Audiokassetten mit der gleichen Musik abgespielt. Dabei zeigte sich, dass die Ergebnisse sehr stark von der Position des Tonkopfs des MP3-Spielers im Verhältnis zum Tonkopf des Kassettenrekorders abhängen. Eine akzeptable Wiedergabe wurde über Radiorekorder mit einfachen Tonköpfen erzielt. Bei höherwertigen Hi Fi-Kassettendecks mit Dreikopf-Technik ist die Tonqualität dagegen mäßig bis schlecht.

Da die dreistufige manuelle Verstellung für den Tonkopf unpräzise ist und kaum Verbesserungen bringt, hängt die Tonqualität weitgehend vom Zufall ab: Bei unseren Laborversuchen im Hörtest schwankten die Ergebnisse zwischen "Mangelhaft" und "Gut".

Neben dem Betrieb in einem Kassettenrekorder funktioniert der "MP3 Dance" auch als Solo-Spieler. Dazu wird ein mitgelieferter Ohrhörer mit Bedienteil eingestöpselt. Dessen teilweise spitzer und verfärbter Klang mit wenig Bass reichte nur für ein "Ausreichend". Ihn auszutauschen ist empfehlenswert: Mit einem hochwertigeren Fremdkopfhörer steigert sich die Klangqualität gleich zum "Gut". Einige Prüfpersonen konnten damit kaum noch Unterschiede zwischen MP3 und Original (CD) hören.

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