Micro-Stereo-Anlage von Penny Schnelltest

Penny wendet sich in dieser Woche an Freunde von „Musik mit Wums“. Für solche ist die Mini-Musikanlage für 99,99 Euro laut Kartonaufschrift „wie geschaffen“. Dafür taucht das Wort „Hifi“ nirgends auf. Der Schnelltest von test.de klärt, was die Micro-Stereo-Anlage für 99,99 Euro kann und wie gut sie klingt.

Kein Ghetto-Blaster

Der erste Kontakt ist vielversprechend. Wer bei „Musik mit Wums“ allerdings an einen martialischen Ghetto-Blaster denkt, liegt falsch. Die Anlage wirkt ausgesprochen dezent und passt besser zu bürgerlicher Wohnzimmereinrichtung als zu Hip Hop-Street Culture. Der Start geht leicht von der Hand: Netzstecker in die Wand, die vier Enden der ziemlich dünnen Lautsprecherkabel in die Klemmen auf der Gehäuse-Rückseite und schon kanns losgehen. Die Bedienungsanleitung ist gut. Noch besser: Selbst im Umgang mit modernen Geräten wenig erfahrene Benutzer brauchen sie eigentlich nicht. Das Gerät und mit kleinen Einschränkungen auch die Fernbedienung lassen sich fast vollständig intuitiv bedienen.

Auch MP3- und WMA-Musik

Pluspunkte sammelt die Stereo-Anlage aus dem Sonderangebot bei der Ausstattung. Der CD-Spieler kann auch selbstgebrannte Daten-CDs mit MP3- und WMA-Dateien abspielen. An Bord ist außerdem nicht nur ein USB-Anschluss, sondern auch ein Steckplatz für SD-Speicherkarten. Allerdings: Mehr als zwei Gigabyte große Speichermedien unterstützt die Anlage nicht.

Anspruch und Wirklichkeit

Der Klang ist mäßig, geht aber gemessen am Preis halbwegs in Ordnung. Mit dem Anspruch der Werbung auf dem Karton kann er allerdings nicht mithalten. Schon bei mittlerer Lautstärke klingen die beiden kleinen Boxen angestrengt und sind erste Verzerrungen zu hören. Maximal schafft die Anlage in einem mittelgroßen, möbliertem Wohnraum 90 dB(A). Das reicht bei weitem aus. „Musik mit Wums“ allerdings ist noch was anderes. Hinzu kommt: Bei hoher Lautstärke ist der Klang deutlich verzerrt. Die Messung des Frequenzgangs bestätigt die Hörprobe: Tiefe Basstöne unterhalb von etwa 60 Hertz fallen sehr deutlich ab. Dafür gibts eine deutliche Bassüberhöhung bei 100 Hertz und eine starke Mittenüberhöhung. Noch am gleichmäßigsten ist der Frequenzgang bei Einstellung des Klangprogramms „classic“.

Aussetzer am Anfang

Wirklich ärgerlich: Beim Abspielen von CDs fehlen stets die ersten Zehntelsekunden. Das Gerät verschluckt sie ersatzlos. Vor allem bei Stücken, die auf Schlag beginnen, stört das erheblich. Das Radio tut sich vor allem bei schwächeren Sendern schwer. Je nach Lage der einfachen Drahtantenne stört Rauschen. Ein Anschluss für eine bessere Antenne fehlt. Wer besseren Empfang will, muss mit der Drahtantenne experimentieren.

Zu viel Stromverbrauch im Standby

Ebenfalls ärgerlich: Nach Abschalten der Anlage über den Standby-Knopf auf der Fernbedienung oder an der Gehäusefront braucht sie immer noch über 5 Watt. Immerhin: Auf der Gehäuserückseite gibts einen richtigen Netzschalter. Der stoppt jeden Stromverbrauch. Und die Stromversorgung der Uhr. Beim nächsten Einschalten beginnt sie wieder bei 0. Die abgespeicherten Radio-Sender dageben bleiben auch nach Abschalten per Netzschalter erhalten.

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