Micro-Musik-System von Penny Schnelltest

Aktuell im Schnelltest: Ein Micro-Musik-System von Penny. Für knapp 80 Euro gibts ein CD-Radio mit USB-Anschluss und SD-Speicherkartenslot. Der Schnelltest auf test.de klärt, ob das Gerät zum guten Ton im Haushalt beiträgt und sich anständig bedienen lässt.

Vollmundige Werbung

Der Karton ist hochglanzbedruckt und macht mächtig was her. „Die beste Form, Musik zu genießen. Der Klang ist brillant, die Form perfekt“, steht drauf. Und auf dem Gerät selbst:„Ultra high power high fidelity system“. Da sind die test-Ingenieure skeptisch. Zunächst ist vom Gerät gar nichts zu hören. Nach Einstecken des Netzsteckers leuchtet zwar das Display, aber sonst tut sich nichts. Erst nach Druck auf die Standby-Taste gehts los. Das erste, was im CD-Betrieb zu hören ist: ein ziemlich indiskretes Rattern, mit der sich die Abdeckung für die CD öffnet und wieder schließt. Als nächstes ertönt ein deutlich hörbares Rauschen, bevor schließlich auch Musik zu hören ist. Mit Kopfhörer wirkt das Rauschen noch lauter.

Klang wie Kofferradio

Zur Klangqualität schreiben die test-Ingenieure kurz und bündig ins Protokoll: „Wie Kofferradio, nur in Stereo“. Die kleinen eingebauten Lautsprecher klingen topfig und nasal und verfärben vor allem klassische Musik deutlich. Der Bassanteil ist kaum zu hören und die Höhen verwaschen. Mit der versprochenen „high fidelity“ hat das nichts zu tun. Immerhin: Die Lautstärke ist für mittlere Räume ausreichend. Externe Lautsprecherboxen lassen sich nicht anschließen. Der Kopfhörerausgang ist in Ordnung. Über gute Kopfhörer oder auch hochwertige Aktivlautsprecher, wie sie vor allem für Computer angeboten werden, klingt die Anlage schon deutlich besser. Außerdem lässt sich ein aktiver Subwoofer anschließen. Der bringt dann mehr Bass. Ebenfalls bescheiden: Der Radio-Empfang. Je nach Lage der einfachen Drahtantenne verändert er sich sehr stark. Vor allem schwache Sender sind nur gestört oder verrauscht zu hören.

Anschlüsse schwer erreichbar

Bei der Bedienung nervt vor allem der Standfuß. Ihn anzustecken und abzunehmen, ist ziemlich fummelig. Er verdeckt außerdem den Aux-Eingang und den Subwoofer-Anschluss. Ohne Fuß kann das Micro-Musik-System von Penny auch an der Wand hängen. Zwei Schrauben im richtigen Abstand machen es möglich. Eine Bohrschablone gibt es nicht. Beim Einstellen der Uhr ist Tempo gefragt. Wer zwischendurch mehr als zehn Sekunden Pause macht, fängt anschließend von vorn an. Die Tasten für die Steuerung des Geräts sind ziemlich klein, aber ganz gut erreichbar. Sie brauchen recht hohen Druck. Vor allem beim Einstellen der Sender nervt das etwas. Das CD-Fach lässt sich erst öffnen, wenn die Anlage auf CD-Betrieb eingestellt ist. Das Herausnehmen von SD-Karten erfordert Geschicklichkeit, wenn gleichzeitig ein USB-Stick im Einsatz ist. Die Klappe über den Anschlüssen lässt sich nicht weit genug öffnen.

Nichts zu hören von Online-Musik

Außerdem zu berücksichtigen: Das Micro-Musik-System aus dem Penny-Angebot kann nur MP3- und WMA-Dateien und Musik-CDs abspielen. Musik-Dateien mit digitalem Rechtemanagement (DRM), AAC, im unkomprimierten Wav- oder AIFF-Format laufen nicht. Bei iTunes oder anderen Online-Anbietern eingekaufte Musik ist für die Penny-Musikanlage wertlos. Externe Musikquellen wie etwa ein Ipod lassen sich nur über die beiden Cinch-Buchsen auf der Rückseite anschließen. Dazu muss allerdings entweder der Fuß ab oder das Gerät von der Wand. Schließlich und endlich bescheiden: der Standby-Verbrauch. Er liegt bei fast vier Watt. Einen Netzschalter gibt es nicht.

Dieser Artikel ist hilfreich. 177 Nutzer finden das hilfreich.