Messenger-Apps im Vergleich

Komplett verschlüsseln und erfolg­reich umziehen

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Anleitung: Lesen Sie, wie Sie bei Facebook Messenger, Skype und Telegram die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung akti­vieren – und welche Folgen das hat. Außerdem: Wie Sie Ihre Signal-Chats beim Handywechsel über­tragen – und wie der Umstieg von WhatsApp auf Signal klappt. Die Anleitungen beziehen sich jeweils auf die Android-App.

Messenger-Apps im Vergleich Testergebnisse für 30 Messenger-Apps 03/2022

Inhalt

So akti­vieren Sie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Drei Apps im Test bieten zwar Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, haben sie aber nicht voreinge­stellt. So schalten Sie die Sicher­heits­funk­tion ein.

Facebook Messenger: Stift-Symbol ankli­cken → Schloss-Symbol drücken → Chat­partner auswählen.

Skype: Stift-Symbol ankli­cken → „Neue private Unterhaltung“ → Chat­partner auswählen.

Messenger-Apps im Vergleich - Wo niemand mitliest
Skype. Mit nur wenigen Klicks lassen sich die Nach­richten verschlüsseln. © Quelle: Anbieter, Screenshot und Markierung Stiftung Warentest / Shutterstock (M)

Telegram: Stift-Symbol ankli­cken → „Neuer geheimer Chat“ → Chat­partner auswählen.

Vier wichtige Hinweise dazu:

  1. Immer wieder neu. Bei den genannten Apps lässt sich die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht zentral für alle Chats einstellen. Statt­dessen müssen Sie sie separat für jeden einzelnen Chat akti­vieren.
  2. Nicht rück­wirkend. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann bei bereits bestehenden Chats nicht akti­viert werden. Statt­dessen müssen Sie einen neuen Chat mit der jeweiligen Person starten. Das führt leider dazu, dass Sie dann mitunter zwei Chat-Verläufe mit einer Person haben – einen mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und einen ohne.
  3. Nur auf einem Gerät. Die per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesicherten Chats können bei diesen Apps nicht auto­matisch zwischen mehreren Geräten synchronisiert werden. Das heißt: Wenn Sie einen Chat mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Ihrem Handy starten, ist er normaler­weise auch nur auf diesem Handy sicht­bar – auf Ihrem PC, Tablet oder Zweit-Handy taucht er hingegen nicht auf.
  4. Funk­tionelle Einschränkungen. Bei Chats mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann es je nach Anbieter sein, dass zum Beispiel die Video­telefonie nicht geht oder das nach­trägliche Bearbeiten von Messages unmöglich ist.

Handywechsel mit Signal: So über­tragen Sie Ihre Chats

Sie haben ein neues Handy gekauft, wollen aber nicht auf die bisherigen Chat-Verläufe Ihrer Messenger-App verzichten? Die Über­tragung auf das neue Gerät funk­tioniert bei jeder App etwas anders. Wir erklären hier am Beispiel von Signal, wie der Transfer klappt. Weitere Hilfen finden Sie auf der Signal-Website.

Schritt 1: Installieren Sie die Messenger-App auf Ihrem neuen Handy und akti­vieren Sie dann auf beiden Handys WLan und Bluetooth.

Schritt 2: Wählen Sie auf Ihrem neuen Handy in der Signal-App die Option „Konto über­tragen oder wieder­herstellen“ und anschließend „Von Android-Gerät über­tragen.“

Schritt 3: Auf dem alten Handy klicken Sie nun in den Einstel­lungen der App auf „Konto“ → „Konto über­tragen“.

Messenger-Apps im Vergleich - Wo niemand mitliest
Signal. Ihre Chats können Sie in sechs Schritten auf ein neues Gerät über­tragen. © Quelle: Anbieter, Screenshot und Markierung Stiftung Warentest / Shutterstock (M)

Schritt 4: Platzieren Sie beide Handys direkt neben­einander und drücken Sie auf beiden Geräten den „Fortfahren“-Button. Klicken Sie auf beiden Handys „Weiter“ an, wenn eine Stand­ort-Benach­richtigung erscheint.

Schritt 5: Bestätigen Sie gegebenenfalls Nach­fragen, ob sich die beiden Geräte verbinden sollen. Kontrollieren Sie, dass auf beiden Geräten derselbe sieben­stel­lige Zahlencode ange­zeigt wird. Drücken Sie auf „Fortfahren“, wenn das der Fall ist.

Schritt 6: Nach der erfolg­reichen Daten­über­tragung müssen Sie die App-Registrierung auf Ihrem neuen Handy noch abschließen. Folgen Sie dazu einfach den Schritten, die die Signal-App auf dem neuen Handy anzeigt. Fertig!

Wie Sie weiterhin auf WhatsApp-Nach­richten zugreifen können

Viele Menschen wechseln wegen Daten­schutz­bedenken von WhatsApp zu Signal. Dabei stellt sich oft die Frage, wie sich WhatsApp-Chats zu Signal mitnehmen lassen. Die schlechte Nach­richt: Das geht leider nicht. Die gute Nach­richt: Es ist aber möglich, weiterhin auf Ihre WhatsApp-Chats zuzugreifen, auch wenn Sie die App dein­stalliert und Ihr Konto gelöscht haben. Dazu müssen Sie die gewünschten Chat-Verläufe zuvor einzeln exportieren.

So geht‘s: Klicken Sie im gewünschten Chat-Verlauf rechts oben auf die drei Punkte, dann auf „Mehr“ und „Chat exportieren“. Nun können Sie den jeweiligen Chat mit verschiedenen Apps teilen – üblicher­weise erhalten Sie am Ende eine Text-Datei im Format „txt“. Die lässt sich auf Handys und Computern leicht öffnen. Besonders über­sicht­lich ist sie allerdings nicht. Hier hilft die externe Website WhatsApp-Chat-Parser weiter: einfach dort die Text-Datei hoch­laden – dann wird sie optisch wie auf WhatsApp präsentiert und lässt sich durch­suchen.

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Alte Nach­richten über­sicht­lich darstellen: Das geht mit dem WhatsApp-Chat-Parser. © Quelle: Anbieter, Screenshot und Markierung Stiftung Warentest / Shutterstock (M)

Messenger-Apps im Vergleich Testergebnisse für 30 Messenger-Apps 03/2022

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116 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Dr.Fahrer am 26.07.2022 um 08:49 Uhr
Nutzt Alternativen von WhatsApp

ich kann mich da Envoye nur anschließen, verstehe die relative schlechte Bewertung von Threema auch nicht. Die Server von Threema stehen in der Schweiz und nicht irgendwo, wie zb. in den USA! Also gelten dort europäische Datenschutzbestimmungen. Threema kostet etwas, ja und? Die Apps die nichts kosten bezahlt man mit seinen Daten!! Denkt mal darüber nach, nutzt nicht nur WhatsApp weil "alle das nutzen", sondern seid offen für Alternativen!
Nur wenn viele auch andere Messanger nutzen, kann man etwas bewegen.

Envoye am 03.05.2022 um 10:52 Uhr
Wenn ich keine Daten preisgben will,...

... gibt es zu Threema keine Alternative. Das schlechte Abschneiden verwundert mich ein wenig.

Privacy001 am 11.04.2022 um 20:45 Uhr
Signal

@Selberprüfen: Bezüglich Signal muss ich juristisch widersprechen. Dadurch, dass Signal den Dienst als Dienstleistung auch innerhalb der EU zur Verfügung stellt, ist grundsätzlich das europäische Datenschutzrecht anwendbar gem. Art. 3 Abs. 2 lit. a DSGVO.
Ferner, da Signal zudem eine quelloffene Ende-Zu-Ende-Verschlüsselung einsetzt, liegt auch eine geeignete Garantie vor, (+) Art 46 Abs. 1 DSGVO und somit ist, aus datenschutzrechtlicher Sicht, der Standort "USA" nicht mehr negativ zu werten.
Überdies kann der Geheimdienst somit gar nicht die Inhaltsdaten mitlesen, es sei denn, das Endgerät ist bereits kompromittiert oder der Geheimdienst besitzt Quantencomputer.

Selberprüfen am 11.04.2022 um 09:57 Uhr
Sicherer kleiner Anbieter: GINLO

Sichere kleine Anbieter geprüft? Der sehr sichere deutsche Anbieter mit kostenloser App GINLO fehlt. Stattdessen wurde der höchst mitlesende chinesische Anbieter WeChat fälschlich "positiv und sicher gewertet. Das scheint mir nicht seriös.

Selberprüfen am 11.04.2022 um 09:53 Uhr
Seriöse Studie ist exakter

Signal ist amerikanisch und nutzt amerikanische Server. Die deutsche oder europäische Datenschutzverordnungen sind nicht anwendbar, nicht durchsetzbar. Zudem fällt Signal untrr dn amerikanischen PatriotAct. D.h. dass amerikanische Geheimdienste Zugriff haben können.
Wer das vermeiden will, solllte auf europäische Anbieter oder freie Anbieter wählen.
Bitte verfälschen Sie nicht die Ergebnisse der Hochschulstudie zu Datenschutz bei Messengern, wenn Sie sich auf diese beziehen. Sie kommt bzgl Signal zu anderen Schlüssen wie die Stiftung Warentest, was das "Mitlesen" und Datenschutz betrifft.