Die Siegerinnen des Tests des österrei­chischen VKI heißen Selenacup (rosa) und Lunette (klar).

Mens­truations­tassen geben Frauen während ihrer Periode genauso viel Bewegungs­freiheit wie Tampons. Die Nutze­rinnen können die becherförmigen Behälter wieder­verwenden, müssen sie aber entleeren und auswaschen. In der Anwendung sind die Perioden­tassen, auch Moon Cups genannt, ähnlich sicher wie Tampons und Binden. Sie erhöhen auch das Infektions­risiko nicht, wie eine aktuelle Studien­auswertung zeigt. Frauen brauchen aber oft längere Zeit, um mit der Hand­habung zurecht­zukommen.

Kein Nischen­produkt mehr

Tampons sind für Frauen das wichtigste Hygiene­produkt während der Periode. Auch Mens­truations­tassen fangen das Monats­blut im Inneren des Körpers auf. Sie sind anders als Tampons wieder­verwend­bar, müssen aber auch entleert werden. Mitt­lerweile gibt es die becherförmigen Behälter, auch Cups genannt, nicht mehr nur im Internet oder Naturwaren­handel, sondern auch in Drogerien.

In Bezug aufs Auslaufen ähnlich sicher wie Tampons

Doch wie sicher sind Mens­truations­tassen? Müssen Anwende­rinnen fürchten, dass sie während des Tragens auslaufen oder die Vaginalflora beein­trächtigen? Eine im Fachjournal The Lancet Public Health veröffent­lichte Meta-Analyse von 43 Studien mit insgesamt rund 3300 Teilnehme­rinnen kommt zu positiven Ergeb­nissen: Demnach waren die wieder­verwend­baren Tassen in Bezug auf den Auslauf­schutz mindestens vergleich­bar mit Tampons oder Binden. Das zeigen vier Studien, die Moon Cups direkt mit herkömm­lichen Monats­hygiene­produkten vergleichen. Tritt beim Tragen Blut aus, könnte es sein, dass die Tasse nicht richtig sitzt oder die Anwenderin eine andere Größe benötigt.

Wer mit Spirale verhütet, sollte vorsichtig sein

Laut der Studien­auswertung sind von der Benut­zung auch keine negativen Auswirkungen auf die Vaginalflora zu erwarten. Im Vergleich zu anderen Monats­hygiene­produkten erhöhen Mens­truations­tassen außerdem nicht das Risiko einer Infektion. In der Literatur fanden sich nur vereinzelte Fälle von Frauen, die nach dem Benutzen starke Schmerzen, Wunden, Ausschlag, Allergien oder ein toxisches Schock­syndrom (TSS) entwickelten. Aber da die Zahl der Anwende­rinnen von Mens­truations­tassen unbe­kannt sei, könne das TSS-Risiko nicht mit dem von Tampons verglichen werden. Das Thema Schad­stoff­belastung betrachtete die Meta-Analyse nicht. Frauen, die mit einer Spirale verhüten, sollten vorsichtig sein: In 13 Fällen wurde bei Benut­zung einer Mens­truations­tasse die Spirale mit heraus­gezogen. Für die Kombination von Spirale und Moon Cup bestehe weiterer Forschungs­bedarf, so die Forscher.

Viele Anwende­rinnen sind zufrieden

Was aus den Studien auch hervorgeht: Wer die wieder­verwend­baren Cups benutzen möchte, sollte sich auf eine Gewöhnungs­phase von mehreren Mens­truations­zyklen einstellen, um etwa anfäng­liche Schwierig­keiten beim Einsetzen zu über­winden. Sind Frauen aber einmal mit den Cups vertraut, sind sie oft zufrieden: Von über 1100 Frauen in 13 Studien wollten 73 Prozent die Tassen nach Studien­ende weiterverwenden.

Selenacup und Lunette mit sehr gutem Test­urteil

Unsere österrei­chischen Partner vom Verein für Konsumenten­information (VKI) haben für die Juni-Ausgabe 2018 ihres Magazins Konsument neun Menstruationstassen getestet. Die Österreicher fahndeten nach Schad­stoffen und prüften die Cups auf Reiß­festig­keit. Laien-Teste­rinnen unterzogen die Perioden­tassen zudem einem Praxis­test. Das Fazit unserer Kollegen: „Bei den meisten Cups gibt es erfreulicher­weise kaum etwas auszusetzen. Die Produkte halten viel aus, sind nur wenig mit Schad­stoffen belastet und erhielten auch bei der praktischen Anwendung von unseren Teste­rinnen über­wiegend gute Noten.“ Für zwei Mens­truations­tassen gab es ein sehr gutes Test­urteil: Selenacup, rosa in Größe M, und Lunette, klar in Größe 2. Beide sind auch hier­zulande in Drogerie, Apotheke oder übers Internet erhältlich.

Eine Tasse kostet je nach Anbieter zwischen 16 und 30 Euro

Für Frauen, die ihren Körper gut kennen und mit Monats­blut kein Problem haben, sind Mens­truations­tassen einen Versuch wert. Anschaffungs­kosten von rund 16 bis 30 Euro wirken zunächst recht hoch. Da die Cups aber im Gegen­satz zu Tampons immer wieder verwendet werden, relati­viert sich der Preis. Bei guter Pflege halten die Mens­truations­becher jahre­lang. In der Meta-Analyse schätzen die Autoren, dass bei einer angenom­menen Nutzungs­zeit von 10 Jahren die Kosten für eine Mens­truations­tasse nur 5 beziehungs­weise 7 Prozent dessen betragen, was Frauen im selben Zeitraum für Tampons oder Binden ausgeben würden.

So wenden Sie die Mens­truations­tasse richtig an

Jede Frau muss für sich selbst entscheiden, ob eine Mens­truations­tasse für sie eine Alternative zu Tampons ist. Das sollten Frauen wissen, wenn sie einen Cup zum ersten Mal verwenden:

  • Richtige Größe finden. Welche Größe Ihnen passt, hängt vor allem davon ab, ob Sie bereits vaginal ein Kind entbunden haben oder nicht. Neben den Empfehlungen der Hersteller auf den Produkt­verpackungen erwiesen sich im Test auch gut aufgebaute Webseiten als hilf­reich, um die richtige Größe zu finden.
  • Geduld haben. Vor allem am Anfang ist es wichtig, entspannt und geduldig zu sein. Je geübter die Teste­rinnen im Praxis­test wurden, desto einfacher und schneller glückte ihnen das Einsetzen und Entfernen der Cups. Es gibt unterschiedliche Falt­techniken zum Einführen. Ausführ­liche Anleitungen dazu bieten die Hersteller auch auf ihren Webseiten.
  • Zu Hause testen. Mens­truationscups müssen nicht nur entfernt, sondern auch entleert werden. Üben Sie das die ersten Male am besten zu Hause, bevor Sie sich der Heraus­forderung einer öffent­lichen Toilette stellen. Bei vielen öffent­lichen Toiletten gibt es kein separates Wasch­becken in der Kabine. Dann empfiehlt es sich etwa, eine Flasche Wasser dabei zu haben, um die Tasse zu waschen. Ganz wichtig zu Hause wie unterwegs: Hände­waschen vor dem Heraus­nehmen und nach dem Einsetzen.
  • Auskochen und auswaschen. Sterilisieren Sie die Mens­truations­tasse vor der ersten Anwendung und nach jeder Periode 20 Minuten in kochendem Wasser. Beachten Sie dazu auch die Herstel­ler­angaben. Während der Regel reicht es, den Cup bei jedem Wechsel mit warmem Wasser auszuwaschen.
  • Aufmerk­sam sein. Packungs­beilagen von Tampons weisen auf das sogenannte Toxische Schocksyndrom (TSS) hin, bei den Mens­truations­tassen im Test war das meist nicht der Fall. Typische Symptome eines TSS sind plötzliches Auftreten von Kopf­schmerzen, Schwindel, insbesondere ein Blut­druck­abfall sowie hohes Fieber und sonnenbrand­ähnlicher Haut­ausschlag. Treten sie während der Regel abrupt auf, sollten Sie zum Arzt gehen. TSS ist sehr selten und kommt nicht nur bei Frauen während der Mens­truation vor.

Newsletter: Bleiben Sie auf dem Laufenden

Mit den Newslettern der Stiftung Warentest haben Sie die neuesten Nach­richten für Verbraucher immer im Blick. Sie haben die Möglich­keit, Newsletter aus verschiedenen Themen­gebieten auszuwählen.

test.de-Newsletter bestellen

Diese Meldung ist erst­mals am 15. Juni 2018 auf test.de erschienen. Sie wurde am 25. September 2019 aktualisiert.

Dieser Artikel ist hilfreich. 43 Nutzer finden das hilfreich.