Piloten nehmen es gegen den Jet-Lag, Menschen mit Schlafstörungen und Schichtarbeiter: Melatonin, ein Hormon, das in der Zirbeldrüse aus Serotonin produziert wird, steuert den Tag-Nacht-Rhythmus des Organismus. Das Mittel, hierzulande nicht zugelassen, gibt es zum Beispiel in den USA als Nahrungsergänzungsmittel.

Von wissenschaftlicher Seite hat Melatonin jetzt einen Dämpfer bekommen. Daten aus neun Studien mit 427 Betroffenen geben keinen Beleg dafür, dass es Jet-Lag oder Schlafstörungen wirksam beeinflusst. Die Studienergebnisse hat eine Arbeitsgruppe der Universität von Alberta in Edmonton, Kanada, im British Medical Journal veröffentlicht. Melatonin konnte weder die Wartezeit bis zum Einschlafen verkürzen noch die Schlafdauer deutlich verlängern. Melatonin hat nach einer systematischen Literaturdurchsicht Nebenwirkungen, kann zum Beispiel die Wirksamkeit von Antithrombosemitteln und Antiepileptika beeinflussen.

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