Meister-Bafög Meldung

Am 1. August 2016 ist es soweit: Dann gelten die neuen Regeln beim Aufstiegs-Bafög – bisher bekannt als Meister-Bafög. Der Kreis der Förderberechtigten wird deutlich erweitert. Zudem gibt es mehr Geld und die Frei­beträge werden ange­hoben. test.de hat die wichtigsten Neuerungen des Aufstiegs-Bafög zusammengefasst.

Mehr Förderberechtigte

Das bisherige Meister-Bafög konnten vor allem Handwerks­gesellen und Fach­kräfte beantragen, um einen Meister­titel zu erlangen oder sich zu Fachwirten, Technikern oder Erziehern weiterzubilden. Künftig profitieren mehr Aufstiegs­willige von der Förderung. Ab dem 1. August können auch alle, die einen Bachelor­abschluss (oder einen vergleich­baren Abschluss wie etwa ein Fach­hoch­schul-Diplom) haben, die Fördergelder für eine Aufstiegs­fort­bildung nutzen, und zwar unabhängig vom Alter. Das Aufstiegs-Bafög kann für über 700 Fort­bildungs­ziele beantragt werden. Dabei ist es egal, ob die Fort­bildung in Voll­zeit oder Teil­zeit statt­findet und ob sie als Präsenz-, Fern­unter­richt oder als medien­gestützter Unter­richt ausgestaltet ist. Die Förderung besteht aus einem Zuschuss und einem Darlehen, das von der KfW Bankengruppe gewährt wird.

Neue Rege­lungen für Ausländer

Neben Deutschen können unter bestimmten Voraus­setzungen auch Ausländer die Fördergelder abrufen und sich mit dem Aufstiegs-Bafög weiterqualifizieren. Bisher konnten dies EU-Ausländer sowie deren Partner und Kinder sowie Ausländer mit einem Dauer­auf­enthalts­titel, die sich seit mindestens vier Jahren in Deutsch­land aufhalten. Für letztere verkürzt sich jetzt die Zeit, die sie mindestens in Deutsch­land sein müssen, auf 15 Monate.

Mehr Unterhalt und höhere Zuschuss­anteile

Ab August erhöhen sich die maximalen Unter­halts­beiträge im Aufstiegs-Bafög:

  • Für Allein­stehende von 697 Euro auf dann 768 Euro im Monat
  • Für Allein­erziehende von 907 Euro auf dann 1 003 Euro im Monat
  • Für Verheiratete mit einem Kind von 1 122 Euro auf dann 1 238 Euro im Monat
  • Für Verheiratete mit zwei Kindern von 1 332 Euro auf dann 1 473 Euro im Monat
  • Für jedes weitere Kind gibt es statt bisher 210 Euro dann 235 Euro Unter­halts­beitrag monatlich.
  • Der einkommens­unabhängige Kinder­betreuungs­zuschlag für Allein­erziehende wird von monatlich 113 Euro auf 130 Euro erhöht.

Die maximalen Unter­halts­beiträge setzen sich aus einem Zuschuss­anteil und einem Darlehen zusammen. Die Zuschuss­anteile für den Basis­unterhalt erhöhen sich von bisher 44 Prozent auf 50 Prozent, für Kinder steigt der Zuschuss­anteil sogar auf 55 Prozent, für die Erhöhungs­beträge für die Teilnehmer und deren Partner wird er erst­mals in Höhe von 50 Prozent einge­führt. Der Rest wird jeweils über ein Darlehen der KfW Bankengruppe finanziert.

Einkommens- und Vermögens­frei­beträge steigen

Die Einkommens­frei­beträge im Aufstiegs-Bafög steigen für Allein­stehende von jetzt 255 Euro im Monat auf 290 Euro im Monat an. Für den Ehepartner erhöht sich der Frei­betrag von 535 Euro auf 570 Euro, für jedes Kind von 485 Euro auf 520 Euro. Auch darf der Fort­bildungs­willige mehr Geld auf der hohen Kante haben: Die Vermögens­frei­beträge werden von 35 800 Euro auf dann 45 000 Euro ange­hoben. Für Kinder und Ehepartner sind statt bisher 1 800 Euro im Monat nun jeweils 2 100 Euro im Monat frei.

Mehr Geld fürs Meister­stück und Lehr­gangs- und Prüfungs­gebühren

Die Lehr­gangs- und Prüfungs­kosten fördert das neue Aufstiegs­fort­bildungs­förderungs­gesetz (AFBG) statt mit bisher 10 226 Euro dann mit maximal 15 000 Euro. Der Beitrag wird zu 40 Prozent als Zuschuss geleistet. Auch für das Meister­stück ist mehr Geld in der neuen Fassung des Gesetzes vorgesehen. Hier erhöht sich der maximale Förderbeitrag von 1 534 Euro auf 2 000 Euro. Ein Zuschuss­anteil wird hier neu einge­führt. Er liegt bei 40 Prozent.

Erfolgs­bonus für bestandene Abschluss­prüfung

Ist die Abschluss­prüfung der Fort­bildung erfolg­reich bestanden, zeigt sich der Gesetz­geber groß­zügig: Es gibt einen Bestehens­erlass („Erfolgs­bonus“). Dieser erhöht sich von 30 auf 40 Prozent. Das heißt: Der Prüf­ling muss dann nur noch 60 Prozent des zu diesem Zeit­punkt noch nicht fällig gewordenen Darlehens für die Lehr­gangs- und Prüfungs­gebühren zurück­zahlen.

Mit der Vorschuss­regelung schneller ans Geld

Die zuständige Stelle, in der Regel das kommunale Amt für Ausbildungs­förderung, entscheidet über den Antrag auf Aufstiegs-Bafög. Geschieht dies nicht inner­halb von sechs Wochen, hat der Antrag­steller ab August ein Recht auf einen Vorschuss der Leistungen und zwar sowohl auf den Zuschuss zum Unter­halts­beitrag als auch zu den Lehr­gangs­kosten.

Aufstiegs-Bafög online beantragen

Und noch etwas ist neu: Ab August kann das Aufstiegs-Bafög auch online beantragt werden. Die Bundes­länder müssen barrierefreie Online­antrags­formulare oder Web-Anwendungen zur Verfügung zu stellen, um so einen einfacheren Weg zum AFBG-Antrag zu gewähr­leisten. Das Land Hessen stellt einen solchen Onlineantrag jetzt schon bereit, alle anderen Bundes­länder werden Stück für Stück nach­ziehen.

Über­gangs­regelungen für Fördermaß­nahmen

Für alle, die vor dem 31. Juli 2016 schon mit ihrer Weiterbildung begonnen und diese noch nicht abge­schlossen haben, gilt eine Über­gangs­regelung. So können sie ab dem 1. August von einem höheren Unter­halts­beitrag profitieren. Bei Fragen zur Über­gangs­regelung hilft das kostenfreie Infotelefon 08 00/6 22 36 34 oder die Webseite Aufstieg durch Bildung.

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