„Mein Konto“ bei Google

Auswirkung 2: Personalisierte Sucher­gebnisse

Nicht nur Werbeanzeigen, auch Sucher­gebnisse werden von Google personalisiert. Basierend auf meinem Surf­verhalten, bekomme ich etwas andere Ergeb­nisse ange­zeigt als Freunde und Kollegen. Ein Beispiel: Als großer Freund von Nagetieren finde ich beim Googeln nach dem Stich­wort „Biber“ auf der ersten Seite nichts über den gleichnamigen Panzer. Bei einem Bundes­wehr-Soldaten mag das anders sein. Profigolfer Tiger Woods und Formel-1-Star Sebastian Vettel dürften ebenfalls unterschiedliche Ergeb­nisse sehen, wenn sie den Begriff „Golf“ bei Google eingeben.

Inhalt
„Mein Konto“ bei Google - Was weiß der Internetriese über mich?
Personalisierte Ergeb­nisse lassen sich abschalten.

Google merkt sich häufig angesteuerte Seiten

Googles Bilder­suche hat mir schon mehr­fach American-Football-Bilder bei Such­anfragen ange­zeigt, die über­haupt nichts mit dem Sport zu tun hatten – vermutlich weil Google sich gemerkt hat, dass ich sehr häufig American-Football-Seiten im Internet aufrufe. Denn für die Personalisierung von Sucher­gebnissen stützt sich Google unter anderem auf bisher von mir gestellte Such­anfragen und angesteuerte Seiten. Zusätzlich können beispiels­weise der Stand­ort und das zum Surfen genutzte Gerät eine Rolle spielen.

Das Phänomen der Filterblase

Allgemein ist die Personalisierung von Sucher­gebnissen sinn­voll – so bekomme ich als Berliner beim Googeln nach „Kino“ auto­matisch das lokale Programm ange­zeigt und nicht das von Castrop-Rauxel oder Kuala Lumpur. Eine gewisse Gefahr steckt dennoch hinter der Personalisierung: das Phänomen der Filterblase. Wenn ich immer nur selektiv Ergeb­nisse zu sehen bekomme, die auf meinem bisherigen Verhalten beruhen, erfahre ich wenig Neues und ignoriere möglicher­weise andere Perspektiven. Das kann zu einem einge­schränkten, einseitigen Welt­bild führen – etwa wenn ich basierend auf meinen Google bekannten politischen Präferenzen stets Seiten aufgelistet finde, die meine Ansichten bestätigen, aber nie hinterfragen.

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30 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 09.07.2020 um 12:09 Uhr
Woher kennt Google meine Mobiltelefon Kontakte

@Breity_555: Wie Ihre Kontakte womöglich an Google gelangten, können wir nicht beurteilen. Nach unseren Informationen gehört Telegram nicht zu Google.
(dda)

Breity_555 am 08.07.2020 um 17:24 Uhr
Woher kennt Google meine Mobiltelefon Kontakte

Was ich erschreckend finde ist, dass ich seit 2004 Google meide, auf meinem iPhone definitiv niemals Google benutze. Dann habe ich mir ein "Spam" E-Mail Fach für wirklich unwichtige Dinge bei Google zugelegt ( natürlich am Rechner ). Und siehe da bei Kontakte standen plötzlich ganz viele meiner Bekannten, Kollegen und Freunde inkl. Telefon Nr.
Der einzige Messenger, den ich im Zusammenhang mit Telefon benutze ist Telegram.
Wurde das etwa inzw. auch von Google geschluckt?

Gelöschter Nutzer am 07.08.2015 um 23:00 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

PC-Flüsterer am 07.08.2015 um 19:16 Uhr
Ideen zu Sicherheit und Datenschutz

@hobra1: Gute Ideen, aber ...
1. Die privaten Daten auf einer extra "Festplatte ohne Internet-Anschluss": Gibt es nicht. Nicht die Platte hat den Internet-Anschluss, sondern der Rechner. Man muss also jedes mal den Stecker ziehen, was Disziplin verlangt und eine Fehlerquelle ist. Es sei denn, auf der "privaten" Platte ist eine eigene Installation, auf der sämtliche Netzwerk-Funktionen deaktiviert sind. Dann kann man gleich zu VM, siehe 3.
2. Jedenfalls für die Möglichkeit drei bietet sich ein Live-System an. Das bootet von CD (nicht veränderbar) oder von einen (schreibgeschützten!) USB-Stick. Beispielsweise bietet die c't geeignete Systeme "surfix" und "bankix an: ct.de/yv6q. Das ist sicherer als eine beschreibbare Installation, und weil Linux ohnehin sicherer denn Windows.
3. Ich persönlich arbeite mit einem gestaffelten System mit virtuellen Maschinen (statt der Wechselplatten), innerhalb einer VM mit mehreren Benutzern, und unter einem Benutzer mehreren Firefox-Profilen.

Gelöschter Nutzer am 06.08.2015 um 23:00 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.