Auswirkung 2: Personalisierte Sucher­gebnisse

Nicht nur Werbeanzeigen, auch Sucher­gebnisse werden von Google personalisiert. Basierend auf meinem Surf­verhalten, bekomme ich etwas andere Ergeb­nisse ange­zeigt als Freunde und Kollegen. Ein Beispiel: Als großer Freund von Nagetieren finde ich beim Googeln nach dem Stich­wort „Biber“ auf der ersten Seite nichts über den gleichnamigen Panzer. Bei einem Bundes­wehr-Soldaten mag das anders sein. Profigolfer Tiger Woods und Formel-1-Star Sebastian Vettel dürften ebenfalls unterschiedliche Ergeb­nisse sehen, wenn sie den Begriff „Golf“ bei Google eingeben.

Personalisierte Ergeb­nisse lassen sich abschalten.

Personalisierte Sucher­gebnisse können sowohl generell (siehe links) als auch im Einzel­fall (siehe rechts) deaktiviert werden.

Google merkt sich häufig angesteuerte Seiten

Googles Bilder­suche hat mir schon mehr­fach American-Football-Bilder bei Such­anfragen ange­zeigt, die über­haupt nichts mit dem Sport zu tun hatten – vermutlich weil Google sich gemerkt hat, dass ich sehr häufig American-Football-Seiten im Internet aufrufe. Denn für die Personalisierung von Sucher­gebnissen stützt sich Google unter anderem auf bisher von mir gestellte Such­anfragen und angesteuerte Seiten. Zusätzlich können beispiels­weise der Stand­ort und das zum Surfen genutzte Gerät eine Rolle spielen.

Das Phänomen der Filterblase

Allgemein ist die Personalisierung von Sucher­gebnissen sinn­voll – so bekomme ich als Berliner beim Googeln nach „Kino“ auto­matisch das lokale Programm ange­zeigt und nicht das von Castrop-Rauxel oder Kuala Lumpur. Eine gewisse Gefahr steckt dennoch hinter der Personalisierung: das Phänomen der Filterblase. Wenn ich immer nur selektiv Ergeb­nisse zu sehen bekomme, die auf meinem bisherigen Verhalten beruhen, erfahre ich wenig Neues und ignoriere möglicher­weise andere Perspektiven. Das kann zu einem einge­schränkten, einseitigen Welt­bild führen – etwa wenn ich basierend auf meinen Google bekannten politischen Präferenzen stets Seiten aufgelistet finde, die meine Ansichten bestätigen, aber nie hinterfragen.

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