Mehrwertsteuererhöhung Meldung

Ab 2007 steigt für viele Güter die Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent. Wer noch in diesem Jahr kauft, kann viel Geld sparen: Beim Kauf eines Hauses im Wert von 200 000 Euro immerhin 6 000 Euro, etwa 500 Euro bei der Anschaffung eines Mittelklassewagens und für teure Möbel oder Computer rund 50 Euro. Allerdings genügt es nicht, noch in diesem Jahr zu kaufen. Der Zeitpunkt der Lieferung ist entscheidend. Auf das Datum des Kaufvertrag, der Rechnung oder der Zahlung kommt es nicht an. Immerhin: Verbraucher können noch Steuern zu sparen, müssen dafür beim Kauf aber einiges beachten

Lieferung entscheidend

Wer jetzt ein Auto oder eine Küche kauft, die Lieferung aber auf das Jahr 2007 legt, muss 19 Prozent zahlen. Auf der Rechnung heißt die Mehrwertsteuer übrigens Umsatzsteuer. Viele Händler verwenden Preisanpassungsklauseln wie „Es gilt die gesetzliche Umsatzsteuer bei Lieferung“. Davor ist der Kunde geschützt, wenn im Vertrag steht, dass 16 Prozent fällig sind – egal wann geliefert wird. Günstig ist ein Vertrag, der den Bruttopreis nennt: 116 Euro statt „100 Euro zzgl. Umsatzsteuer“. War die Lieferung für 2006 geplant, verzögert sie sich aber ohne Schuld des Kunden, trägt der Verkäufer die erhöhte Mehrwertsteuer – auch ohne Vereinbarung.

Ebay, Otto und Amazon

Ob Bestellung aus dem Otto-Katalog oder im Internet bei Amazon – im Versandhandel gilt die Ware als geliefert, wenn der Verkäufer sie bei der Post abgegeben hat. War das spätestens am 31. Dezember 2006, sind nur 16 Prozent Steuer fällig.

Autokauf mit Kredit

Achtung bei den beliebten Ballonfinanzierungen fürs Auto, der Anschaffung auf Raten mit einer großen Abschlusszahlung, wenn der Kauf nicht vor 2007 fest vereinbart ist. Kann der Kunde danach noch frei entscheiden, ob er kauft oder das Auto zurückgibt, ist der Vertrag so zu behandeln, als wäre er erst im Jahre 2007 geschlossen. Folge: Für den Vertrag einschließlich der im Jahre 2006 gezahlten Raten wird die höhere Mehrwertsteuer berechnet.

Hausbau und Modernisierung

Bauherren, Haus- und Wohnungseigentümer, die bis in das Jahr 2007 hinein bauen oder modernisieren, können sich diegünstige Mehrwertsteuer von 16 Prozent manchmal noch sichern. Das ist für wirtschaftlich abgrenzbare Werkleistungen und Materiallieferungen möglich. Ist etwa der Dachdecker bis Ende des Jahres fertig, stehen auf seiner Rechnung noch 16 Prozent, selbst wenn der Innenausbau noch Baustelle ist. Hat der Fliesenleger aber im Bad bis zum Feuerwerk nur die halbe Wand gefliest und die andere Hälfte erst danach, wird der Handwerker für die gesamte Arbeitsleistung und alle Fliesen 19 Prozent Mehrwertsteuer berechnen. Denn entscheidend ist der Zeitpunkt der Fertigstellung.

Schwierig kann es für Bauherren werden, die Immobilien zu Festpreisen kaufen. In diesem Fall muss der Bruttopreis – also inklusive Umsatzsteuer – im Vertrag vereinbart sein, wenn der Käufer vor der Steuererhöhung sicher sein will.

Festnetz und Handy

Auch Telefonkunden mit Festnetz- und Mobilfunkverträgen können dieses Jahr noch reagieren. Haben sie Verträge für unbestimmte Zeit oder mit Mindestlaufzeiten von in der Regel 6 oder 24 Monaten, können sie vom Anbieter schriftlich eine Zwischenabrechnung zum 31. Dezember 2006 verlangen. Dies sieht sogar ein Schreiben des Bundesfinanzministerium vor. Für die Kosten vor Silvester sind dann nur 16 Prozent Mehrwertsteuer fällig.

Strom, Gas und Wärme

Schlecht dran sind viele Kunden bei Strom-, Gas- und Wärmelieferungen. Die Verträge werden meist nach einem festgelegten Ablesezeitraum abgerechnet, zum Beispiel vierteljährlich oder jährlich. Reicht der Ablesezeitraum bis ins nächste Jahr, können die Anbieter auf den gesamten Verbrauch 19 Prozent Mehrwertsteuer berechnen. Wenn der Vertrag zum 31. Dezember keine Zwischenabrechnung zulässt, sollten Kunden noch in diesem Jahr mit ihren Lieferanten oder Vermietern vereinbaren, den Zählerstand zum Jahresende abzurechnen. Manche Verträge sehen aber auch vor, dass die Rechnung auf die Jahre 2006 und 2007 aufgeteilt wird. In diesem Fall sind die Kunden gut bedient.

Umtausch

Liegt die falsche Digitalkamera unter dem Weihnachtsbaum, müssen Enttäuschte diesmal unbedingt noch vor Silvester umtauschen. Denn beim Umtausch wird der Kauf rückgängig gemacht und ein neuer Kaufvertrag geschlossen. Ab 2007 sind ­dafür 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig.

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